Von Norman Liebold geschrieben am: 14.05.2004 unter Hintergründe, Märenborn
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Der Geheime Garten ist noch heute eines der mir liebsten Stücke. Sowohl stilistisch wie auch besonders von der Aussage her kann ich hinter ihm – als vielleicht einzigen vor 2002 entstandenen Text – noch mit aller Überzeugung stehen. Der gesamte Nahtegal-Zyklus ist mir zwar sehr lieb, und ich finde ihn nach wie vor ein durchaus gelungenes Werk, aber letztendlich muß ich heute sagen, daß viele seiner Geschichte mir heute besonders von ihrem Inhalt her eher unreif erscheinen, übertrieben mystifiziert und recht einseitig dargestellt. Die Symbolik.“Der Geheime Garten” ist ein symbolischer Weg hin zur reifen Liebe. Nahtegal und Amica entzweien sich aufgrund der vielleicht auf falschen Stolz beruhenden Einwilligung Nahtegals auf die Forderung der Mondgöttin, die Prüfung für Kuno und Katarina zu bestehen. Sie sind getrennt und müssen sich wiederfinden – im “Geheimen Garten”. Beide wollen den anderen, aber ehe sie sich wiederfinden, werden sie im Spiegelsaal mit ihren schlimmsten Ängsten geprüft: Sie müssen jeweils den anderen in den unangenehmsten Interpretationen sehen, in den Spiegeln werden die Ängste wahr, die jeder Mensch in einer Beziehung, kommt Zweifel auf, kennen dürfte. All diese Gedanken, Verteufelungen, zu denen der Mensch im Verletztsein neigt. Nur im einem kleinen, verstaubten, gesprungenen Spiegel sehen sie kurz einander, wie sie je allein durch den Spiegelsaal irren und erkennen, was geschieht. Der Geheime Garten steht jetzt vor Ihnen, und nach den Prüfungen ist er der “Garten Eden”, ein symbolischer Ort der Liebe.Hioer steht der Blaue Baum, der verdorrt ist und als letztes eine letzte “blaue Frucht” hervorgebracht hat. Jene Frucht, die für die Mondgöttin zu holen ihre Aufgabe ist. Die Entstehung der Geschichte/ Genese.An der zentralen Handlung und ihren Bildern wurde bereits seit 2000 gearbeitet, verschiedentliche Skizzen antstanden, aber der Geschichte fehlte noch der Kontext, das springende Movens. Letztlich waren es Dissonanzen in einer Beziehung, die den Ausschlag gaben, mir über etliche Dinge klar zu werden. Querverweise zu anderen Texten.Die Mondgöttin bekommt in diesem Text ihr endgültiges Gesicht und wird zur Schirmherrin der “Ewigen Barden”, ein Topos, der zwar schon unausgereift durch Anima in “Die Sieben Kelche” und andere übernatürliche Frauengestalten im Nahtegal-Zyklus gegeben war, aber hier erst wirklich die topologische Form annahm. Textgeschichte
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[Norman Liebold,
14.05.2004 |
Von Norman Liebold geschrieben am: 14.05.2004 unter Hintergründe, Märenborn
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Der Kuno Ohneland markiert in mehrfacher Hinsicht einen Wendepunkt meines literarischen Schaffens. Während die Stücke und Texte davor recht wahllos entstanden, wurde mir hier ein innerer Zusammenhang bewußt, der nicht nur “Nahtegal” seinen Namen einbrachte, sondern auch das gesamte Schaffen zwischen 1996 und 2001 in einen großen Kontext brachte – die Geburt des “Nahtegal-Zyklus”. Die Zusammenhänge und das Aufeinander-Bezogenseins einer Vielzahl der Texte war zwar bewußt gewesen, trat jetzt jedoch so deutlich hervor, daß es zusammenwuchs und ein Ganzes formte. Die Entstehung des Buches/ Ursprung.Die Geschichte des “Kuno Ohneland” hatte bis zu diesem Zeitpunkt keine Namen gehabt, jetzt, wo ihr Ort gefunden war, begann ich zu recherchieren. Und es stellte sich heraus, daß in der Vergangenheit eine Geschichte existierte, die benutzbar war. Ein Hagen von der Kranichburg hatte um die Herrin der Saaleckburg im 11.Jahrhundert geworben, war zuerst abgeblitzt, konnte Katharina jedoch mit einer Belagerung “überreden”, ihn zu heiraten. Und seine Burg wurde später geschleift. So erhielten Katharina und Hagen Namen und Ort. Die Rudelsburg stand zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Die Entstehung des Buches/ Genese.Daß die Geschichte zuerst als an mitteralterliche Erzähltradition angelehntes Versepos zu drei Stimmen entstand, lag zu einen an der dreiköpfigkeit des “Amator-Veritas-Ensembles”, mit dem wir sie zur Aufführung bringen wollten, zum anderen am Stoff selbst und zum dritten an meiner damaligen Vorliebe für eine versartige Gestaltung zu mehreren Stimmen (”Die Prophezeiung”, “Mond und Wolf”, “Der Perlenfischer”). Querverweise zu anderen Texten.Die Mondgöttin taucht im “Kuno Ohneland” zum ersten Mal auf, wurde für “Der Geheime Garten” weiter ausgebaut und schließlich zu einem festen Bild im Nahtegal-Zyklus, zur Spielmann-Schirmherrin, zur Musenkönigin. Der Name “Nahtegal” entstand ebenfalls aus der Geschichte. In der ersten Fassung heißt es noch “Vögelchen”, wie Karin mich zu nennen pflegte, weil ich “so unstet durch alle Landen flattere”. In der zweiten Fassung wurde das “Vögelchen” zu “Nachtigall” respektive in der mittelhochdeutschen Schreibweise “Nahtegal”. Textgeschichte
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[Norman Liebold,
14.05.2004 |
Von Norman Liebold geschrieben am: 14.05.2004 unter Hintergründe, Märenborn
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Das Wolfsschaf ist eine jener Geschichten, die mich über Jahre hinweg immer und immer wieder beschäftigten, und auch heute noch zählt sie zu meinen Lieblings-Fabeln. An ihr kann man, vielleicht deutlicher als bei allen anderen, verfolgen, wie eine Geschichte entsteht, reift und schließlich vollendet wird. Abgesehen davon ist hier auf sehr transparente Weise zu verfolgen, wie es im “Nahtegal-Zyklus” zur Entstehung eines stehenden Topos kam, hier derjenige des Wechselbalg-Wolfes. |
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[Norman Liebold,
14.05.2004 |
Von Norman Liebold geschrieben am: 14.05.2004 unter Hintergründe, Märenborn
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Der Märenborn ist meine erste Veröffentlichung im Amator-Veritas-Verlag, und so das erste Buch, das allein den Forderungen von Jens Finkhäuser und mir selbst zu genügen hatte. Die Entstehung des Buches/ Ursprung.Als die Frage aufkam, welches meiner Bücher als erstes veröffentlicht werden sollte, gab es heftigste Diskussionen. An erster Stelle stand die “Vampyriade”, da der Vampir-Roman den besten Absatz versprach. Mir war das unangenehm, da mit dem ersten Buch des Verlages auch sofort ein Image gesetzt werden würde. Die Entstehung des Buches/ Genese.Die fünf Geschichten gehörten bereits aufgrund der Ansiedelung an der Saaleck- und Rudelsburg (”Kuno Ohneland und “Der Geheime Garten”) und im Kloster Schulpforte (”Die Geschchte vom Wolfsschaf” und “Brief aus Anderswelt”), die knapp 12 Kilometer voneinander entfernt am selben Fluß liegen, eng zusammen. Für alle Geschichten existierten bereits eine Reihe von brauchbaren Graphiken von Vera Walterscheid und mir selbst, und die Tatsache, daß sämtliche Geschichten durch den gemeinsamen Erzähler Nahtegal eine weitere Gemeinsamkeit hatten, ließen dieses Konzept als das beste erscheinen. Die Aufgabe Nahtegals.So erzählt das gesamte Buch die Geschichte des Spielmanns Nahtegal, der im Spielmannswind treibend plötzlich den Ruf der Mondgöttin – seiner Schirmherrin und Muse – hört und ihm folgen muß. Die Mondgöttin selbst beging vor 1000 Jahren einen voreiligen Fehler, indem sie aus Zorn über den verbohrten Stolz der Burgherrin Katharina und des fahrenden Ritters Kuno Ohneland die beiden dazu verflucht, als Steintroll und Saalenixe 1000 Jahre lang über ihre Dummheit nachzudenken. “Der Geheime Garten”ist diese Prüfung, den es zu finden und aus dem es “Die Frucht vom Blauen Baum” zu holen gilt. Nahtegal muß lernen, zu sich selbst und zu seiner Liebe zu stehen, und letztlich erlösen Amica und er die Verwunschenen. Nahtegal jedoch ist nicht mehr der selbe, er mußte lernen, für sich und auch für seine Geschichten die Verantwortung zu übernehmen. Die anderen, ihm erzählten Geschichten stellen dabei einen Spiegel seiner Selbst dar, der er als “Wolfsschaf” beginnt, zum Weltenwanderer wird, Verantwortung und Aufopferungsbereitschaft entwickelt, die Liebe kennenlernt anstatt nur Liebschaften, und schließlich sich selbst erkennen und annehmen muß, um reife Liebesfähigkeit zu erlangen Querverweise zu anderen Texten.Der “Märenborn” ist in vielfachster Hinsicht mit den anderen Bänden des “Nahtegal-Zyklus” verknüpft. Seine Motivik, und insbesondere die im “Nahtegal-Zyklus” immer wieder kehrenden Symbole, schaffen ein Netzwerk von Querbezügen, die an dieser Stelle nicht sämtlich aufgeführt werden können. Typisch für alle 6 Bücher des Zyklus ist die Erzähler-Figur Nahtegal, des Spielmanns, dessen Erlangung der Weisheit Thema des Zyklusses ist, von seiner Berufung zum Barden bis zu seiner “Entrückung hinter den Mond”, wo alle Barden in einer Art “Dichter-Paradies” leben und mit ihren Geschichten die Welt beschützen. Textgeschichte
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[Norman Liebold,
14.05.2004 |