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Dramen – 8. Zirkeltänze

Von Norman Liebold geschrieben am: 14.02.2006 unter Dramen, Hintergründe

[Dieser Artikel ist der 8. von 8 Teilen in der Reihe Hintergrund Dramen]

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[Norman Liebold, 14.02.2006
Dramen, Hintergründe
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Dramen – 7. Totentanz

Von Norman Liebold geschrieben am: 14.02.2006 unter Dramen, Hintergründe

[Dieser Artikel ist der 7. von 8 Teilen in der Reihe Hintergrund Dramen]

Entstanden Anfang 2000
Uraufgeführt am 22.02.2000 (20:00 bis 22:00) im CVJM Siegburg mit
Martin Herweg als “Marionette”.
Enthalten in Dramen.
Artikel zur Uraufführung.


Der “Totentanz” ist etwas ganz besonderes für mich. Was vielleicht weniger mit dem Stück an sich, sondern mehr mit den Ereignissen zusammenhängt, die zu ihm führten und insbesondere seine Aufführung am 22.02.2000 um 20:00 bis 22:00 begleiteten.
Das Stück war auch in literarischer Hinsicht etwas Neues, ebenso wie es das erste Stück war, das “dramatisch” zu nennen ist und in dramatischer Form von mir auf die Bühne gebracht wurde. Zwar trat ich seit 1995 regelmäßig auf, aber vor allem mit Lesungen, nicht mit Bühnenstücken.
Das Stück markiert also für mich sowohl in literarischer, auftrittstechnischer wie auch besonders menschlicher Hinsicht einen heftigen Wendepunkt, und daß das Stück genau dies auch zum Thema hat, und auch bühnentechnisch Realität mit Fiktion überschneiden läßt, verstärkt diesen Effekt noch.
Heute ist der 22.02.2006, exakt sechs Jahre nach diesem inszenierten “roten Strich”. Und diese Hintergrundseite ist – amüsanterweise – zugleich die letzte der Hntergrundseiten, die für die alten Stücke noch abzuarbeiten ist – eine Arbeit, die immerhin nichtweniger als anderthalb Jahre dauerte und auf ihre Weise auch eine Form von “Totentanz” darstellte.
Nicht anders als in den Monaten vor der Aufführung des “Totentanzes” wälzte sich auch in den letzten Monaten vor diesem aktuellen Moment mein Leben tiefgreifend um und um, so daß die leicht mystisch angehauchte Sichtweise auf den Totentanz, die auch zu seinem auf lauter zweien aufgebauten Aufführungsdatum führte, sich durchs Hintertürchen wieder einschleichen will. In der Tat stehe ich damals wie heute davor, literarisch und lebenstechnisch neue Wege zu beschreiten, und ich möchte hoffen, daß diese letzte Seite in den alten Hintergründen eine ähnlich positiv “rituelle” Wirkung zeigt, wie es damals der “Totentanz” schaffte.

Eigentlich sollte alles ganz anders werden

Ursprünglich war für das Datum ein anderes Stück angesetzt, daß ich gemeinsam mit meiner damaligen Theatergruppe aufzuführen gedachte.
Leider explodierte auf menschlicher Seite eine Bombe unter den Schauspielern, die nicht nur die Theatergruppe zersprengte, sondern mich zudem einen Großteil meines damaligen Freundeskreises kostete. Die Trauer, Enttäuschung und Wut, die das auslöste und zugleich die Verpflichtung der Bühne gegenüber, die ich für das Theaterprojekt eingegangen war, führten dazu, daß ich den “Totentanz” (der mit zwei Schauspielern auskommt) in regelrechter Schreib-Wut zuende brachte, darin meinen ganzen Welt-Haß auskotzte und mir den Text einprügelte.
So kam es dazu, daß an nämlichen Datum der “Totentanz” aufgeführt wurde. Er ist kein echtes Theaterstück, sondern ein sehr langer, sehr bitterer Bühnen-Monolog, der alles und jeden in den Dreck zieht und seinen Haß ins Publikum speiht. Das hatte inszenierungstechnisch den Vorteil, daß ich weite Passagen lesen konnte, die Bühnensituation mit meinem eigenen Wunsch, genau so ein Weltschmerzgeschrei den betreffenden ins Gesicht zu brüllen zu vereinen imstande war und das Ganze tatsächlich für mich den Effekt einer “Katharsis” besaß – und zudem dem Publikum ausgesprochen viel Spaß machte.
Kurz nach dem Totentanz gründete ich eine neue Theatergruppe – “Amator Veritas” – mit der ich nicht weniger als viereinhalb Jahre eine wunderbare Zeit verbrachte und unzählige Aufführungen realisieren konnte. Vor der Aufführung begegnete ich zum ersten Mal der Frau, die für ebenfalls viereinhalb Jahre meine Partnerin wurde – sowohl auf der Bühne als auch im Menschlichen. Und zugleich machte ich reinen Tisch mit meiner Umgebung, was die Menschen anbelangte.

Aufbau und Inhalt des Stücks

Das Stück besteht aus vier Teilen:

  • Einem Prolog, der die Situation beschreibt, die zum Totentanz führt.
  • Dem Tractatus Philosophiae, der ganz in der Manier von dergleichen Aufsätzen nacheinander alle Themen behandelt und hier völlig dekonstruiert und zerstört und sich ganz in Nihilismus ergeht.
  • Der Zigarettenlängenpause, wo der Vortragende eine Zigarette raucht und recht entspannt wenngleich zynisch übers Rauchen plaudert.
  • Dem Tractatus Irae, in dem er sich gegen das Publikum, Freunde und insbesondere Frauen ausläßt und ihnen seinen Haß ins Angesicht speit.
  • Und letztlich dem Abschnitt Phönix, wo er völlig ausgepumpt und leer-gehaßt und geschrien an einem ganz einfachen Ding (einer Spieluhr mit einer schönen Melodie) die Lebensfreude und Hoffung wieder findet.

Stilistik

Der ganze Totentanz ist in stabreimenden Versen geschrieben, und es ist damit der erste Text, in dem ich diesen Stil benutzte, der zum einen nicht das “schwierige Lesen” von Lyrik besitzt, sehr wohl aber ihre metrische Druchschlagskraft und Bilddichte.
Für den Abdruck in den Dramen wurde die Versstruktur jedoch – wie bei den meisten der in diesem Stil abgefaßten Texte – aufgebrochen und als geschlossener Text behandelt. Das tut diesem Stil keinen Abbruch, denn er ist streng genommen metrisch durchgearbeitete Prosa, aber für den Vortrag greife ich trotzdem stets auf die Versversion zurück.

Ausstrahlungen

Wohl aufgrund der persönlichen Bedeutung, die diese Auführung für mich hatte, wurde sie in der literarischen Welt des Nâhtegal zu einem Topos. So beschreibt das letzte Kapitel der Sieben Kelche von 2001 den Totentanz als literarische Fiktion, und auch in anderen späteren Nâhtegal-Texten wird auf ihn Bezug genommen.
Das ist nicht weiter verwunderlich, bedenkt man die Stärke, mit der der “Totentanz” für mich symbolisch aufgeladen war, wie sehr er einen markanten Schnittpunkt bildete in nahezu sämtlichen Lebensbereichen – auch im literarischen Schaffen.

Das Bühnen-Spiel

Ich vermengte in Text und Inszenierung Realität mit Fiktion. Die Figur des suiziden Barden, der nicht mehr leben will und sich seinen eigenes “Requiem” schafft, indem er die Leute unter Vorspiegelung eines “literarischen Abends” in seinen Abgesang hineinlockt, glich meiner eigenen Situation.
Ich fingierte übertrieben, was sich tatsächlich abspielte wobei effektiv die Bühnensituation nicht “erlogen” war, denn das Stück versprach genau dies. Trotzdem blieb es natürlich Fiktion, und vielleicht war es eine “höfliche Weise”, das zu erledigen. Auch wenn ich mich lebhaft an den Esotheriker Malte erinnere, der gemeinsam mit seinem Freund entrüstet die Auführung verließ und mir später erklärte, ich hätte ihm “das Sonnengeflecht durchblasen” – vielleicht war er einer der wenigen, die spürten, daß ich in der Tat nicht nur spielte, sondern zum Teil echten Welthaß herausschrie.


Für diejenigen Leser, die Freude an soetwas haben, stelle ich den vollständigen Text des “Totentanzes” an dieser Stelle online. [Den “Totentanz” lesen! (PDF)]



[Norman Liebold, 14.02.2006
Dramen, Hintergründe
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Dramen – 6. Spiegelbruch

Von Norman Liebold geschrieben am: 14.02.2006 unter Dramen, Hintergründe

[Dieser Artikel ist der 6. von 8 Teilen in der Reihe Hintergrund Dramen]

Entstanden 2001.
Uraufgeführt im CVJM, 2001 – nur einmal als szenische Lesung mit
Robert Christott als Animus, Vera Walterscheid als Anima und Norman Liebold als Auctor
Enthalten in Dramen.


Zu diesem Stück möchte ich rein gar nichts sagen, als daß eine Abrechnung mit den Archetypen des Nâhtegal-Zyklus darstellt.

Der Rest sagt das Stück selbst. Und nur zu deutlich.

[ Spiegelbruch lesen! >>> ]

Interessant dürfte lediglich sein, daß der Spiegelbruch nach 2001 als stehender Topos in den Nâhtegal-Zyklus Eingang fand und sowohl in den Sieben Kelchen für die Szene mit dem Dunklen Prinzen (2.Buch, 2.Tor) benutzt wird wie auch im Prolog des Politicons.

Ich hatte einfach die Schnauze voll von den Nâhtegal-Archetypen, die ein derart aufdringliches Eigenleben entwickelten, daß ich ihnen kaum mehr aus dem Wege gehen konnte.
Sie auf die Bühne zu zerren und sie mal so richtig die Meinung sagen zu lassen, schien mir geeignetes Mittel zu sein: Es hat bedingt gewirkt, Nâhtegal wuselte noch zwei weitere Jahre in alter Manier herum, aber zumindest war er einigermaßen von den alten Bildern geheilt und offen für neue…



[Norman Liebold, 14.02.2006
Dramen, Hintergründe
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Dramen – 5. Politicon

Von Norman Liebold geschrieben am: 14.02.2006 unter Dramen, Hintergründe

[Dieser Artikel ist der 5. von 8 Teilen in der Reihe Hintergrund Dramen]
Politicon-Premiere 2001 CVJM Siegburg, Robert Christott, Norman Liebold, Vera Walterscheid
Politicon-Premiere 2001 CVJM Siegburg, Robert Christott, Norman Liebold, Vera Walterscheid
Politicon-Premiere 2001 CVJM Siegburg, Robert Christott
Politicon-Premiere 2001 CVJM Siegburg, Robert Christott, Norman Liebold
Politicon-Premiere 2001 CVJM Siegburg,
Politicon-Premiere 2001 CVJM Siegburg, Norman Liebold, Vera Walterscheid
Politicon-Premiere 2001 CVJM Siegburg, Norman Liebold, Vera Walterscheid
Politicon-Premiere 2001 CVJM Siegburg, Norman Liebold, Vera Walterscheid
Politicon-Premiere 2001 CVJM Siegburg, Norman Liebold, Vera Walterscheid
Politicon-Premiere 2001 CVJM Siegburg,
Politicon-Premiere 2001 CVJM Siegburg,
Politicon-Premiere 2001 CVJM Siegburg, Robert Christott, Norman Liebold
Politicon-Premiere 2001 CVJM Siegburg, Robert Christott
Politicon-Premiere 2001 CVJM Siegburg, Robert Christott
Politicon-Premiere 2001 CVJM Siegburg,
Politicon-Premiere 2001 CVJM Siegburg,
Politicon-Premiere 2001 CVJM Siegburg, Robert Christott
Politicon-Premiere 2001 CVJM Siegburg,
Politicon-Premiere 2001 CVJM Siegburg,
Politicon-Premiere 2001 CVJM Siegburg, Norman Liebold, Vera Walterscheid
Politicon-Premiere 2001 CVJM Siegburg, Robert Christott
Politicon-Premiere 2001 CVJM Siegburg,  Robert Christott, Norman Liebold, Vera Walterscheid
Politicon-Premiere 2001 CVJM Siegburg, Robert Christott, Norman Liebold
Politicon-Premiere 2001 CVJM Siegburg, Robert Christott, Norman Liebold, Vera Walterscheid
Politicon-Premiere 2001 CVJM Siegburg, Robert Christott

Entstanden September-November 2001.
Uraufgeführt am 12.12.2001 im CVJM Siegurg mit
Vera Walterscheid (Janae), Robert Christott (Herrscher vom Hohen Turm) und Norman Liebold (Janus).
Enthalten in Dramen.
Artikel der Uraufführung
Artikel von 2002
Bilder von der Uraufführung



Am 11. September 2001 rasten jene zwei Flugzeuge in das World-Trade-Center, auch “Twin-Towers” genannt ein Symbol der westlichen, insbesondere Amerikanischen Wirtschaftsmacht. Was übrigblieb, heißt heute “Ground Sero”, und war letzthin Begründung für einen “Krieg” gegen “Die Achse des Bösen”, der – wenngleich weniger darüber gesprochen wird – bis heute andauert.
Das Stück “Politicon”, am 12.12.2001 uraufgeführt, erregte damals nicht wenig die Gemüter. Und trotzdem es ganz bewußt als Märchen aufgebaut war, wurde es hundertprozentig nicht nur ausschließlich auf den 11.September gemünzt, sondern zudem ugleich als Beweis einer angenommenen Meinung, die Twintowers wären tatsächlich von den Amerikaner selbst zerstört worden, um Grund für einen Krieg gegen die muslimische Welt zu haben.
Ich habe damals und auch heute nicht gewußt, was wirklich geschehen ist, und ich denke, mit Ausnahme von einigen wenigen, die direkt beteiligt waren, wird das auch niemand wirklich wissen. Ob es von dem Buhmann Osama bin Laden ausging, oder nicht, ist aber für das Stück genauso irrelevant, wie ob man eine außenpolitische Gefahr brauchte, um vom innerpolitischen abzulenken und Militärpakte zusammen mit Wirtschaftsinteressen zu stärken.
Es genügt vollkommen für eine literarische Ausformung, daß es denkbar ist. Es wäre nicht das erste Mal, und bestimmt wäre es auch nicht das letzte Mal. Solche Details wie (bekanntermaßen) veraltete Satellitenbilder, dieder UN als “Beweis” einer Rüstungsindustrie des Iraks vorgelegt und als Kriegsgrund benutzt wurden, ist wahrscheinlich nur ein weiteres Phänomen in dieser Reihe.
Das Stück greift lediglich das Muster auf, sei es nun ein Reichstagsbrand oder zerstörte Hochhäuser. Es spielt kaum eine Rolle, wer sie zerstörte, wohl aber, wie es benutzt wurde.
Die durch die Welt gehende Entrüstung, einhergehend mit der Rüstung zu einem Krieg, die fadenscheinigen Argumente (der mutmaßliche Attentäter hält sich möglicherweise in Afghanistan auf, und das Land weitert sich, sofern er denn da ist, ihn den USA, aber nicht, ihn der UN auszuliefern – als Grund für den großangelegten Militärschlag auf ein so schon infrastrukturell und wirtschaftlich am Boden liegendes Land) und die offensichtliche Kriegsgeilheit erschreckten mich mehr als es das eigentliche Attentat selbst tat. Als damit einhergehend eine Hetze gegen die Muslime im Allgemeinen begann und sogar der Spiegel sich nicht scheute, in einem seiner Artikel ein Bild der Kaaba mit “Mekka – Brutstätte des Terrors” unterschrieb, platzte mir die Hutschnur, bzw. das Tintenfaß und ich faßte innerhalb weniger Wochen “Politicon” ab und brachte es auf die Bühne.

Das eigentliche Thema des Stückes

Das Stück dreht sich weniger um politische Stürme, sein eigentliches Thema sind die ganz normalen Menschen, die in diesen Stürmen stehen.
Wer, abgesehen von einigen entweder ideologisch verblendeten oder aber egoistischen und skrupellosen Arschlöchern kann ernsthaft Krieg wollen? Der gemeine Mensch will sein Leben leben, er will seine Kinder aufziehen, sich selber finden, sich verlieben und das Leben genießen. Er geht lieber ins Kino, als im Schlamm zu kriechen und sich eine Kugel einzufangen für etwas, das im Grunde absolut gar nichts mit ihm zu tun hat. Er hat genausowenig Interesse daran, jemanden eine Kugel in den Leib zu jagen, den er niemals zuvor gesehen hat, und der lediglich von diversen Propaganda-Maschinieren zu einer Art Ork gemacht wurde.

Die eigentlichen Hauptpersonen

“Politicon” ist die Geschichte der Liebe zwischen Janus und Janae. Sie ist die oberste Ratgeberin des Herrschers vom Hohen Turm, Janus ist ein kleiner Schäfer, der mit seinem Leben zufrieden war, und der von einem obskuren Orakel zum Boten der Freien Städte Elderlands bestimmt wurde. Er hat rein gar nichts mit diesem ganzen Kram am Hut, er erfüllt – zudem widerwillig – nur seine Pflicht und will im Grunde nichts anderes, als zu seinen Schafen zurück sein kleines Leben zu führen.
In der Tat hatte das Orakel wohl seine Gründe, ausgerechnet ihn auszuwählen, denn er sieht sehr klar und versteht, was vor sich geht. Aber er will sich aus allem heraushalten und seine Ruhe haben.
Während die Liebe Janaes zu Janus sie vom befehlshörigen Offizier zum Untergrundkämpfer machen wird, bringt Janus’ Liebe zu Janae ihn dazu, sich aufzuraffen und dem Herrscher vom Hohen Turm die Stirn zu bieten – um einen Krieg zu verhindern, der unter Umständen die Menschen vom Angesicht der Erde tilgte.

Alles Menschen!

Auch der Herrscher vom Hohen Turm ist nur ein Mensch. Er fühlt sich zum einen durch die Verantwortung seinem Land und besonders seinem Vater gegenüber in der Pflicht, um nicht als Schwächling dazustehen, unter dessen Herrschaft das Land vom Hohen Turm seine Weltmachtstellung verlor, und zum anderen ist er heftig und unglücklich in Janae verliebt und will sie durch sein Herrschertum beeindrucken.
Als sie sich für Janus entscheidet, ist es nicht zuletzt seine enttäuschte Liebe, die die Geschichte eskalieren läßt.

Das “geschichliche” Setting

Es existiert ein Militär- und Wirtschaftsbündnis zwischen den “Freien Städten Elderlands” und dem “Hohen Turm”. Es rührt her aus einer Zeit, als die Beteiligten sich gegen die “Schwarzen Reiter” zusammentaten und sie besiegten.
Nach dem Sieg über die “Schwarzen Reiter” hält das neue Feindbild des “Großen Bären” das Bündnis aufrecht, aber der “Große Bär” ist aus Altersschwäche gestorben, und das Bündnis unter der zwingenden Vorherrschaft des “Hohen Turmes” ist seiner Grundlage beraubt.
Die “Freien Städte Elderlands” schicken den Boten Janus, um ihre Bitte um Entlassung aus dem zwingenden Pakt zu erbitten.
Der “Hohe Turm” hat seine Vormachtsstellung und seine wirtschaftliche Macht aber in weiten Teilen gerade durch die Abhängigkeit erlangt, in der die “Freien Städte Elderlands” zu ihm stehen, und er will diese Machtstellung nicht verlieren.

Es braucht nicht weiter ausgeführt werden, daß dies eine Paraphrase auf die Zeit nach dem Auflösen des Ostblocks ist:
Der Krieg gegen “Die schwarzen Reiter” kann als Metapher für den 2.Weltkrieg genommen werden, das Militärbündnis zwischen den “Freien Städten Elderlands” (Elderland = älteres Land = Europa) und dem “Hohen Turm” (Twin-Towers = USA) ist unschwer als NATO zu erkennen, und der “Große Bär” ist altes Sinnbild für Russland.

Es gibt aber noch eine weitere Macht, “Prinz Morius”. Er hat “einen anderen Gott”, und es gab immer wieder mal Streitigkeiten, insbesondere um ein kleines Land namens “Samarkant”.
Er wird – da kaum etwas anderes sich dafür eignet – als neues Feindbild ausgewählt, provoziert und schließlich durch das fingierte Attentat auf den Thronsaal (ausgeführt von Janae in den Kleidern der Garde Morius’) als Kriegsgrund mißbraucht.
Angesichts des neuen Feindbildes wird das Militärbündnis wieder neu geschmiedet, und scheinbar hat der Herrscher sein Ziel erreicht: Die Heere Morius’ und des Militärbündnisses stehen sich gegenüber und sind kurz davor, mit der Schlacht zu beginnen.

Die magischen Waffen

Beide Herrscher – Morius wie der Herrscher vom Hohen Turm – verfügen über “verbotene Bücher” und Magier, die daraus die “verbotenen Sprüche” wirken können. Das Stück ist im märchenhaften angesiedelt, und wenn der “schwarze Spruch des Feuers”, über den der Hohe Turm verfügt, ganze Landstriche zernichtet und auf unabsehbare Zeit in unbewohnbare Wüsten verwandelt, ist die Atombombe ebensogut zu erkennen, wie wenn die Sprüche des Prinzen Morius Seuchen und Krankheiten schicken.
Janus und Janae stehen ungläubig daneben, sie sehen, was droht, denn wenn die verbotene Magie gewirkt und eingesetzt wird, wird von der Erde nicht viel mehr übrigbleiben als eine verseuchte Wüste:

Janae: Mir träumte, es gibt Krieg!
Die Magier des Königs sprachen die Dunklen Sprüche, Häuser verwandelten sich in Staub, Flammenatem wehte übers Land, und was übrigblieb war nichts als Asche und heißer Sand.
Mir träumte, Prinz Morius sammelte seine Krieger, und voran schritten seine Zauberer. Sie sprachen Sprüche, die verboten sind. Skelette auf Pferden, schon längst gestorben, ritten vor ihnen her. Und wen sie berührten mit Knochenhänden, der begann zu röcheln und die Pest brach ihm aus dem Leib. Die Pest kriecht übers Land, so träumte mir, und verschlingt alles Leben!

Janus will einfach fliehen, in irgendein abgelegenes Tal, das “sicher” ist, aber Janae appeliert an sein Gewissen. Sie gesteht ihm seine Liebe, daß sie mit ihm Kinder haben will und gemeinsam mit ihm und seinen Schafen ziehen will. Aber “da sollen Weiden sein!”

Das Erwachen Gottes

Völlig hilflos stehen die Liebenden den sich überschlagenden Ereignissen gegenüber. Der Krieg hat begonnen, zuerst nur um Samarkant, das jetzt nichts ist als ein Haufen Asche. Die Heere stehen sich gegenüber, und Morius, nicht minder Herrscher als der vom Hohen Turm, will den Krieg genauso.
Für die gläubige Janae gibt es nur noch eine letzte Hoffung angesichts der Ohnmacht, die sie als einzelne den politischen Wirren gegenüber fühlen: Gott selbst muß eingreifen und dem Wahnsinn ein Ende bereiten.
Janus glaubt nicht an Gott, genausowenig, wie er an Ideologien glaubt. Aber Janae zuliebe geht er in den Tempel, wo er auf den Herrscher trifft, der seine Zweifel seinem Gott gesteht.
Der Herrscher, der für sich das Recht beansprucht, Gottes Hand auf Erden zu sein, will ihn zuerst hinauswerfen, wird jedoch vom Boten niedergeschlagen. Das Wunder geschieht, als Janus zu Gott spricht: Er hört ihn, und er erwacht, denn er hat geschlafen.
Gott betrachtet, was geschehen ist und ist reichlich ungehalten. Und er richtet es gerade.

Weiden in Utopia

Das Stück endet mit einem utopischen Bild. Die Welt ist heil, Gott ist erwacht und wacht über die Menschen, Janus und Janae sind ein glückliches Paar, schauen auf ihre Kinder und ihre Herden.
Und der Herrscher vom Hohen Turm hockt da, ist irre und hängt in seiner eigenen Realität, wo er seine Schlacht gegen Morius immer wieder schlägt und gewinnt und so auf seine Art glücklich ist – Gott liebt alle Menschen, und er schenkte dem Herrscher eine “Realitätsblase”.
Aber er nervt doch auf Dauer und das Liebespaar stellt ihn abseits in den Wald, wo er niemanden mit seinem Gefasel stört.

Der Rahmen – Prolog und Epilog Nâhtegals

Vor und nach dem Stück erhebt Spîlman Nâhtegal seine Stimme und gibt dem Stück seine Ansiedlung im Märchenhaften:
Er gelangt auf seinen Reisen nach Anderwelt, wo zwei Sonnen und zwei Monde drüber hangen. Hier ist Gott wach und wacht über die Menschen, es gibt keinen Krieg, und die Hirten an den Feuern erzählen sich die Mär, wie Janus, der Schafhirte, Gott erweckte und die Welt vor dem Untergang rettete.
Nâhtegal erklärt, diese Mär mitgeracht und in das Theaterstück “Politicon” gegossen zu haben.
Im Epilog erhebt er mahnend die Stimme:

Nâhtegal: Dies war die Mär, die man mir erzählte in dem Land hinter dem gespalt’nen Baum, wo zwei Sonnen drüber stehn, die eine rot, die andre blau. Dies war die Mär, die mich so tief gerührt, daß ich, Nahtegal, sie Euch mitbrachte aus dem Land, wo zwei Monde drüber hängen.
Ich machte ein Schauspiel daraus, für Euch, und ich hoffe, daß Ihr unterhalten wart.
Aus dem Baume tretend, wieder eine Sonne, einen Mond über mir, da schaute ich mich um und sah: Gott muß wieder eingeschlafen sein!
Schlaft gut, Ihr Lauscher, habt eine gute Nacht! Vielleicht ist ein Schäfer unter Euch, der kein Held sein will. Ein Schäfer, dessen Stimme Gott aus dem Schlafe wecken kann. Ich hoffe es für Euch, Ihr Lieben! Nicht wie Nahtegal spielt ihr die Melodein, die die Weltenwände zu Toren machen. Nicht wie Nahtegal könnt Ihr durch die Bäume schlüpfen zu Ländern hin, wo Gott mit offnem Auge wacht! Ihr habt nur Euer Hier und Euer Jetzt… vergeßt das nicht!

“Politicon” ist nach wie vor mein Lieblingsstück von jenen Texten, die vor 2002 entstanden sind. Es ist ein Schwellenstück, denn es hat den Absprung aus der Selbstbespiegelung geschafft – vielleicht hat ja der “Spiegelbruch” in der Tat etwas gebracht – er war kurz davor entstanden.



[Norman Liebold, 14.02.2006
Dramen, Hintergründe
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Dramen – 4. Pluto und Hyronimus

Von Norman Liebold geschrieben am: 14.02.2006 unter Dramen, Hintergründe

[Dieser Artikel ist der 4. von 8 Teilen in der Reihe Hintergrund Dramen]

Entstanden 1998/99
Uraufgeführt am 19.05.2000 im CVJM Siegburg mit
Vera Walterscheid (Puella), Robert Christott (Hyronimus) und Norman Liebold (Pluto)
Aufführungen ab 2002 mit Martin Herweg als Hyronimus.
Enthalten in Dramen.


Wave Gotik Treffen 2003, Cinestar Leipzig
Wave Gotik Treffen 2003, Cinestar Leipzig
Wave Gotik Treffen 2003, Cinestar Leipzig
Wave Gotik Treffen 2003, Cinestar Leipzig
Wave Gotik Treffen 2003, Cinestar Leipzig
Wave Gotik Treffen 2003, Cinestar Leipzig
Wave Gotik Treffen 2003, Cinestar Leipzig
"Pluto und Hyronimus" in der Stockertstr. Leipzig. WGT 2000. Photos: Ulrike Deppe.
"Pluto und Hyronimus" in der Stockertstr. Leipzig. WGT 2000. Photos: Ulrike Deppe.
"Pluto und Hyronimus" in der Stockertstr. Leipzig. WGT 2000. Photos: Ulrike Deppe.
Pluto (N.Liebold) quält Hyroniums (R.Christott), während Puelle (V.Walterscheid) irritiert zuschaut. | "Pluto und Hyronimus" in der Stockertstr. Leipzig. WGT 2000. Photos: Ulrike Deppe.

Irgendwie ist dies von meinen alten Sachen (wozu ich alles bis zum “Totentanz” zähle) das mir liebste dramatische Stück. Nicht zuletzt deshalb dürfte es wohl auch das sein, das vom Amator-Veritas-Ensemble als sein Debüt im Mai 2000 uraufgeführt und im Mai 2004 auch als das Abschlußstück gegeben wurde, als das Ensemble sich auflöste.

[Zum Rest des Beitrages! »]



[Norman Liebold, 14.02.2006
Dramen, Hintergründe
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Dramen – 3. Narrenwahn

Von Norman Liebold geschrieben am: 14.02.2006 unter Dramen, Hintergründe

[Dieser Artikel ist der 3. von 8 Teilen in der Reihe Hintergrund Dramen]

Entstanden Herbst 1997.
Uraufgeführt am 18.05.2001 im CVJM Siegburg
mit Vera Walterscheid (Prinzessin), Robert Christott (Satyr), Jenny (Hure Babylon), Marc Siller (Wanderer) und Norman Liebold (Narr).
Enthalten in Dramen


“Narrenwahn” ist ein seltsames Stück. Zum einen ist es eine Parodie der Nâhtegal-Bilder, zum anderen liegt ein derartig harter Zynismus darin, daß ich selbst erstaunt bin.
Das Stück nimmt eine der zentralen Motive aus den “Zirkeltänzen”, den Traum vom Drachen, um mit ihm zu spielen und eine geradezu moderne, zum Teil sehr heftige Szene zu entwickeln, die absurd und schonungslos auf dem Narren herumhackt, der sich Rosen- und Drachenbilder ausdenkt und ganz in seiner Welt hängt, ohne die Realität sehen zu können.
Es spielt mit Realitätsverschiebungen: Zuerst mi
der zwischen den sadistischen Spielern und dem Narren, dann mit der Diskrepanz zwischen Bühne und Realität.

Die Story

Irgendwann nach einer Aufführung auf einer leeren Bühne trifft der Wanderer ein, der sich durch die Erwähnung, daß er im Kreise wandert, als der Wanderer aus den Zirkeltänzen zu erkennen gibt. Er will eigentlich nur einen Schlafplatz für die Nacht, rutscht aber in ein seltsames, spätnächtlichen Possenspiel herein.
Eine Reihe von Leuten – ziemlich eigenartige Figuren – stören ihn in seiner Ruhe, indem sie anfangen, eine Art Bühnenbild aufzubauen. Sie laden den Wanderer ein, mitzuspielen, und er – da er so ja nicht schlafen kann – spielt mit, ohne zu wissen, was vor sich geht.
Die komischen Leute, die “ihren Spaß haben wollen”, lassen den Narren bringen, ein offensichtlich Verrückten, der glaubt, ein Drache zu sein und das Bühnenbild (eine Discotheque) als Realität akzeptiert.
Die Spieler lesen, während der Narr die Bühne betritt, aus einem Buch vor, in dem eine äußerst dramatische und pathetische phantastische Geschichte steht:
Ein Drache in Menschengestalt, mächtig, magisch und weise, kommt in die Menschenwelt, um einen Drachen zu erwecken. Der Drache ist die niedliche “Prinzessin”, die in der letzten Nacht die Rolle der “Hure Babylon” hatte, ist also austauschbar (auch wenn sie – natürlich – grüne Augen hat).
Nach einer offensichtlichen Machtphantasie, in der der Narr scheinbar mit der Kraft seines Blickes nicht aushaltbare Schmerzen in seinem Rivalen erzeugt, entführt er die Prinzessin in den Drachendom unter dem Nebelmeer – oder glaubt das vielmehr. Die Spieler arrangieren das Bühnenlicht und die Geräusche entsprechend, um ihm diese Illusion zu ermöglichen und ergötzen sich an seiner Realitätsverirrung. Sie machen sich auch den Spaß, den Hall im Drachendom zu imitieren, indem sie auf das Gesprochene alberne Reime flüstern.

Der Wanderer kann das alles nicht fassen, er ist abgestoßen und entrüstet über die Weise, wie die Spieler mit den Gefühlen des Narren umspringen, um sich selbst Vergügen daraus zu ziehen.
Aber als er die Stimme erhebt, interpretiert der Narr das gänzlich anders: In seinem Drachendom kann es keine Menschen geben, nur die “Zwischenweltler” – sein persönlicher Alptraum – kommen zuweilen hinein. Er gerät in helle Panik und dreht fast durch.
Für Satyr, den Initiator dieses sadistischen Spieles, ist es ein zusätzlicher Genuß und Spaßfaktor, und das Stück kippt und wird reichlich unheimlich.
Der Wanderer läßt sich aber nicht zu Schweigen bringen – seinw wiederholtes Stören zwingt die Spieler, für den Narren eine weitere Realitätskonstruktion zu schaffen, indem sie als “Träume des Drachen” auftreten, um ihm die Stimmen im Dom zu erklären.
Der Wanderer versucht, das Spiel zu beenden, Babylon schubst ihn ins Dunkel zurück und will ihn einfach nur zum Schweigen bringen, aber als er weiterhin ruft und schreit, geht es mit ihr durch, sie wird hysterisch und im Affekt nimmt sie einen schweren Gegenstand und schlägt auf ihn ein – und tötet ihn.

Der Narr bemerkt von alledem nichts, er will nur seinen Drachen erwecken – oder eigentlich nur seiner Verliebtheit in die Prinzessin Raum geben -, aber in dem Moment, wo seine Liebe Erfüllung erhalten würde, macht Satyr einfach das Licht wieder an und reißt ihn aus seinem Traum, schleudert ihn in die unangenehme Wirklichkeit, wo die ganzen Voyeure einschließlich der geliebten Frau ihn einfach nur auslachen, kurz Beifall klatschen und abgehen.

Die Schlußszene ist gegen das Publikum gerichtet, das letztlich nicht anders als Satyr und seine Kompane sich am Leiden des Verrückten ergötzt haben. Der Narr entdeckt den erschlagenen Wanderer und schreit dem Publikum seinen Haß entgegen: “Hat es Euch gefallen? Hat es Euch ergötzt?”
Die Spieler kommen herein und schleifen ihn schreiend hinaus, der Lichtmeister kommt, schließt traurig dem Wanderer die Augen und löscht das Licht.

Die Entstehung der Stücks

Die Parallelen zu den “Zirkeltänzen” sind offensichtlich. Der Wanderer taucht als Figur auf, ebenso wie die zynische Art des Satyrs stark an den Schatten gemahnt. Auch die “Elfe” ist wieder mit dabei und natürlich der Drachen-Traum.
“Narrenwahn” ist fast ein sehr bitterböser Kommentar, eine zynische Parodie der Zirkeltänze und macht sich auf fiese Weise über den Zirkeltänzer und seine Mythen lustig.
Herausgekommen ist dabei allerdings ein Stück, das, als wir es 2001 uraufführten, eine erstaunliche Bühnenwirkung hatte und sehr viel Spaß beim Spielen machte. Es steht für sich und braucht die Zirkeltänze nicht.

Narrenwahn und Nâhtegal

Auch hier ist es ähnlich wie bei den “Zirkeltänzen”. Das Stück benutzt eine Vielzahl von Nâhtegal-Metaphern, ohne ein “echtes Nâhtegal-Stück” zu sein. Es hat nicht die märchenhaft-erzählende Struktur wie, zum Beispiel, die dramatischen Texte in Der Minnesänger-Komplex oder im Märenborn, es wäre eher modern und absurd zu bezeichnen, besonders, da es die eigene Fiktion mehrfach selbst zerbricht – einmal durch das “Spiel”, dann durch die Enttarnung der Bühnensituation selbst.
Das Motiv des Drachendomes ist hier die Wahnvorstellung eines Verrückten, während es im Nâhtegal-Zyklus, zum Beispiel im “Drachenpriester“, sich selbst als schöne Geschichte ernstnimmt.
Trotzdem finde ich es persönlich interessant, wenn ich auf dieses 9 Jahre alte Stück zurückschaue und sehe, wie das Drachenbild entstanden ist, dann ein Eigenleben entwickelte, um schließlich zu einer so verträumten Märchengeschichte wie dem Drachenpriester zu werden.

Resümé

Ebenso wie “Zirkeltänze” (1997), “Bardentod” (1998) und das nicht veröffentlichte Stück “P – absurdes Spiel in 19 Bildern” (1996) ist Narrenwahn das ziemlich unreifes Stück eines Jugendlichen (ich ging noch zur Schule, damals!). Trotzdem besitzt es aber einige Qualitäten, die uns bewogen haben, es letzthin mit in die “Dramen” aufzunehmen.



[Norman Liebold, 14.02.2006
Dramen, Hintergründe
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Dramen – 2. Bardentod

Von Norman Liebold geschrieben am: 14.02.2006 unter Dramen, Hintergründe

[Dieser Artikel ist der 2. von 8 Teilen in der Reihe Hintergrund Dramen]

Entstanden Anfang 1998 zu Aachen.
Uraufgeführt als szenische Lesung 1998 im CVJM Siegburg.
Enthalten in Dramen.


“Bardentod” atmet noch ganz dieselbe Luft, die “P.”, “Zirkeltänze” und “Narrenwahn” atmen. Störenfried/Schatten/Satyr ist wieder zur Stelle – jetzt heißt er schon der “Tote Barde” – der Weltflüchter, der sich in seinen Elfenbeinturm zurückkriecht ebenso, und die grünäugige Schöne kommt als verdorbene Bardame ebenso zu Wort wie der Zirkeltänzer.
Zweifellos kreiste ich damals um ein Problem, daß ich in immer neue Formen goß, in immer neuen Bildern auseinandernahm und wieder zusammensetzte, neu arrangierte und dabei bewußt Bezug nahm auf die vorgängigen Bilder. Und sehr wahrscheinlich war es dieses Kreisen, daß letztlich eine Reihe von Bildern, Metaphern und Geschichten so eng zusammenbackte, daß irgendwann ein Ganzes draus wurde, das nach etlichen Verwandlungen schließlich der “Nâhtegal-Zyklus” wurde.
Da der Aspekt der verschmähten oder enttäuschten Liebe dabei definitiv unübersehbar stark in den Vordergrund tritt, denke ich mir heute, daß da wahrscheinlich der Hase im Pfeffer lag: Eine Mischung aus literarisch nochmal durchgekauten Selbstfindungs-Quälereien und das wohl mit dem Selbstbild einhergehende Fragen nach seinem “Marktwert” als Mann. Sicher kann ich das heute nicht mehr sagen.

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[Norman Liebold, 14.02.2006
Dramen, Hintergründe
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Dramen – 1. Einführung

Von Norman Liebold geschrieben am: 14.02.2006 unter Dramen, Hintergründe

[Dieser Artikel ist der 1. von 8 Teilen in der Reihe Hintergrund Dramen]

Die “Dramen” sind eine Sammlung von dramatischen Texten, die zwischen 1997 und 2001 aus meiner Feder entstanden sind, und die darin Gemeinsamkeiten aufweisen, daß sie die Bilderwelten des Nâhtegal-Zyklusses bedienen.

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[Norman Liebold, 14.02.2006
Dramen, Hintergründe
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