Von Norman Liebold geschrieben am: 14.02.2006 unter Dramen, Hintergründe
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[Dieser Artikel ist der 8. von 8 Teilen in der Reihe Hintergrund Dramen]
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[Norman Liebold,
14.02.2006 |
Von Norman Liebold geschrieben am: 14.02.2006 unter Dramen, Hintergründe
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[Dieser Artikel ist der 7. von 8 Teilen in der Reihe Hintergrund Dramen]
Entstanden Anfang 2000 Der “Totentanz” ist etwas ganz besonderes für mich. Was vielleicht weniger mit dem Stück an sich, sondern mehr mit den Ereignissen zusammenhängt, die zu ihm führten und insbesondere seine Aufführung am 22.02.2000 um 20:00 bis 22:00 begleiteten. Eigentlich sollte alles ganz anders werdenUrsprünglich war für das Datum ein anderes Stück angesetzt, daß ich gemeinsam mit meiner damaligen Theatergruppe aufzuführen gedachte. Aufbau und Inhalt des StücksDas Stück besteht aus vier Teilen:
StilistikDer ganze Totentanz ist in stabreimenden Versen geschrieben, und es ist damit der erste Text, in dem ich diesen Stil benutzte, der zum einen nicht das “schwierige Lesen” von Lyrik besitzt, sehr wohl aber ihre metrische Druchschlagskraft und Bilddichte. AusstrahlungenWohl aufgrund der persönlichen Bedeutung, die diese Auführung für mich hatte, wurde sie in der literarischen Welt des Nâhtegal zu einem Topos. So beschreibt das letzte Kapitel der Sieben Kelche von 2001 den Totentanz als literarische Fiktion, und auch in anderen späteren Nâhtegal-Texten wird auf ihn Bezug genommen. Das Bühnen-SpielIch vermengte in Text und Inszenierung Realität mit Fiktion. Die Figur des suiziden Barden, der nicht mehr leben will und sich seinen eigenes “Requiem” schafft, indem er die Leute unter Vorspiegelung eines “literarischen Abends” in seinen Abgesang hineinlockt, glich meiner eigenen Situation. Für diejenigen Leser, die Freude an soetwas haben, stelle ich den vollständigen Text des “Totentanzes” an dieser Stelle online. [Den “Totentanz” lesen! (PDF)] |
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[Norman Liebold,
14.02.2006 |
Von Norman Liebold geschrieben am: 14.02.2006 unter Dramen, Hintergründe
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Entstanden 2001. Zu diesem Stück möchte ich rein gar nichts sagen, als daß eine Abrechnung mit den Archetypen des Nâhtegal-Zyklus darstellt. Der Rest sagt das Stück selbst. Und nur zu deutlich. Interessant dürfte lediglich sein, daß der Spiegelbruch nach 2001 als stehender Topos in den Nâhtegal-Zyklus Eingang fand und sowohl in den Sieben Kelchen für die Szene mit dem Dunklen Prinzen (2.Buch, 2.Tor) benutzt wird wie auch im Prolog des Politicons. Ich hatte einfach die Schnauze voll von den Nâhtegal-Archetypen, die ein derart aufdringliches Eigenleben entwickelten, daß ich ihnen kaum mehr aus dem Wege gehen konnte. |
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[Norman Liebold,
14.02.2006 |
Von Norman Liebold geschrieben am: 14.02.2006 unter Dramen, Hintergründe
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[Dieser Artikel ist der 5. von 8 Teilen in der Reihe Hintergrund Dramen]
Entstanden September-November 2001. Am 11. September 2001 rasten jene zwei Flugzeuge in das World-Trade-Center, auch “Twin-Towers” genannt ein Symbol der westlichen, insbesondere Amerikanischen Wirtschaftsmacht. Was übrigblieb, heißt heute “Ground Sero”, und war letzthin Begründung für einen “Krieg” gegen “Die Achse des Bösen”, der – wenngleich weniger darüber gesprochen wird – bis heute andauert. Das Stück “Politicon”, am 12.12.2001 uraufgeführt, erregte damals nicht wenig die Gemüter. Und trotzdem es ganz bewußt als Märchen aufgebaut war, wurde es hundertprozentig nicht nur ausschließlich auf den 11.September gemünzt, sondern zudem ugleich als Beweis einer angenommenen Meinung, die Twintowers wären tatsächlich von den Amerikaner selbst zerstört worden, um Grund für einen Krieg gegen die muslimische Welt zu haben. Ich habe damals und auch heute nicht gewußt, was wirklich geschehen ist, und ich denke, mit Ausnahme von einigen wenigen, die direkt beteiligt waren, wird das auch niemand wirklich wissen. Ob es von dem Buhmann Osama bin Laden ausging, oder nicht, ist aber für das Stück genauso irrelevant, wie ob man eine außenpolitische Gefahr brauchte, um vom innerpolitischen abzulenken und Militärpakte zusammen mit Wirtschaftsinteressen zu stärken. Es genügt vollkommen für eine literarische Ausformung, daß es denkbar ist. Es wäre nicht das erste Mal, und bestimmt wäre es auch nicht das letzte Mal. Solche Details wie (bekanntermaßen) veraltete Satellitenbilder, dieder UN als “Beweis” einer Rüstungsindustrie des Iraks vorgelegt und als Kriegsgrund benutzt wurden, ist wahrscheinlich nur ein weiteres Phänomen in dieser Reihe. Das Stück greift lediglich das Muster auf, sei es nun ein Reichstagsbrand oder zerstörte Hochhäuser. Es spielt kaum eine Rolle, wer sie zerstörte, wohl aber, wie es benutzt wurde. Die durch die Welt gehende Entrüstung, einhergehend mit der Rüstung zu einem Krieg, die fadenscheinigen Argumente (der mutmaßliche Attentäter hält sich möglicherweise in Afghanistan auf, und das Land weitert sich, sofern er denn da ist, ihn den USA, aber nicht, ihn der UN auszuliefern – als Grund für den großangelegten Militärschlag auf ein so schon infrastrukturell und wirtschaftlich am Boden liegendes Land) und die offensichtliche Kriegsgeilheit erschreckten mich mehr als es das eigentliche Attentat selbst tat. Als damit einhergehend eine Hetze gegen die Muslime im Allgemeinen begann und sogar der Spiegel sich nicht scheute, in einem seiner Artikel ein Bild der Kaaba mit “Mekka – Brutstätte des Terrors” unterschrieb, platzte mir die Hutschnur, bzw. das Tintenfaß und ich faßte innerhalb weniger Wochen “Politicon” ab und brachte es auf die Bühne. Das eigentliche Thema des StückesDas Stück dreht sich weniger um politische Stürme, sein eigentliches Thema sind die ganz normalen Menschen, die in diesen Stürmen stehen. Die eigentlichen Hauptpersonen“Politicon” ist die Geschichte der Liebe zwischen Janus und Janae. Sie ist die oberste Ratgeberin des Herrschers vom Hohen Turm, Janus ist ein kleiner Schäfer, der mit seinem Leben zufrieden war, und der von einem obskuren Orakel zum Boten der Freien Städte Elderlands bestimmt wurde. Er hat rein gar nichts mit diesem ganzen Kram am Hut, er erfüllt – zudem widerwillig – nur seine Pflicht und will im Grunde nichts anderes, als zu seinen Schafen zurück sein kleines Leben zu führen. Alles Menschen!Auch der Herrscher vom Hohen Turm ist nur ein Mensch. Er fühlt sich zum einen durch die Verantwortung seinem Land und besonders seinem Vater gegenüber in der Pflicht, um nicht als Schwächling dazustehen, unter dessen Herrschaft das Land vom Hohen Turm seine Weltmachtstellung verlor, und zum anderen ist er heftig und unglücklich in Janae verliebt und will sie durch sein Herrschertum beeindrucken. Das “geschichliche” SettingEs existiert ein Militär- und Wirtschaftsbündnis zwischen den “Freien Städten Elderlands” und dem “Hohen Turm”. Es rührt her aus einer Zeit, als die Beteiligten sich gegen die “Schwarzen Reiter” zusammentaten und sie besiegten. Es braucht nicht weiter ausgeführt werden, daß dies eine Paraphrase auf die Zeit nach dem Auflösen des Ostblocks ist: Es gibt aber noch eine weitere Macht, “Prinz Morius”. Er hat “einen anderen Gott”, und es gab immer wieder mal Streitigkeiten, insbesondere um ein kleines Land namens “Samarkant”. Die magischen WaffenBeide Herrscher – Morius wie der Herrscher vom Hohen Turm – verfügen über “verbotene Bücher” und Magier, die daraus die “verbotenen Sprüche” wirken können. Das Stück ist im märchenhaften angesiedelt, und wenn der “schwarze Spruch des Feuers”, über den der Hohe Turm verfügt, ganze Landstriche zernichtet und auf unabsehbare Zeit in unbewohnbare Wüsten verwandelt, ist die Atombombe ebensogut zu erkennen, wie wenn die Sprüche des Prinzen Morius Seuchen und Krankheiten schicken.
Janus will einfach fliehen, in irgendein abgelegenes Tal, das “sicher” ist, aber Janae appeliert an sein Gewissen. Sie gesteht ihm seine Liebe, daß sie mit ihm Kinder haben will und gemeinsam mit ihm und seinen Schafen ziehen will. Aber “da sollen Weiden sein!” Das Erwachen GottesVöllig hilflos stehen die Liebenden den sich überschlagenden Ereignissen gegenüber. Der Krieg hat begonnen, zuerst nur um Samarkant, das jetzt nichts ist als ein Haufen Asche. Die Heere stehen sich gegenüber, und Morius, nicht minder Herrscher als der vom Hohen Turm, will den Krieg genauso. Weiden in UtopiaDas Stück endet mit einem utopischen Bild. Die Welt ist heil, Gott ist erwacht und wacht über die Menschen, Janus und Janae sind ein glückliches Paar, schauen auf ihre Kinder und ihre Herden. Der Rahmen – Prolog und Epilog NâhtegalsVor und nach dem Stück erhebt Spîlman Nâhtegal seine Stimme und gibt dem Stück seine Ansiedlung im Märchenhaften: Nâhtegal: Dies war die Mär, die man mir erzählte in dem Land hinter dem gespalt’nen Baum, wo zwei Sonnen drüber stehn, die eine rot, die andre blau. Dies war die Mär, die mich so tief gerührt, daß ich, Nahtegal, sie Euch mitbrachte aus dem Land, wo zwei Monde drüber hängen. “Politicon” ist nach wie vor mein Lieblingsstück von jenen Texten, die vor 2002 entstanden sind. Es ist ein Schwellenstück, denn es hat den Absprung aus der Selbstbespiegelung geschafft – vielleicht hat ja der “Spiegelbruch” in der Tat etwas gebracht – er war kurz davor entstanden. |
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[Norman Liebold,
14.02.2006 |
Von Norman Liebold geschrieben am: 14.02.2006 unter Dramen, Hintergründe
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Entstanden 1998/99 Irgendwie ist dies von meinen alten Sachen (wozu ich alles bis zum “Totentanz” zähle) das mir liebste dramatische Stück. Nicht zuletzt deshalb dürfte es wohl auch das sein, das vom Amator-Veritas-Ensemble als sein Debüt im Mai 2000 uraufgeführt und im Mai 2004 auch als das Abschlußstück gegeben wurde, als das Ensemble sich auflöste.
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[Norman Liebold,
14.02.2006 |
Von Norman Liebold geschrieben am: 14.02.2006 unter Dramen, Hintergründe
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Entstanden Herbst 1997. “Narrenwahn” ist ein seltsames Stück. Zum einen ist es eine Parodie der Nâhtegal-Bilder, zum anderen liegt ein derartig harter Zynismus darin, daß ich selbst erstaunt bin. Die StoryIrgendwann nach einer Aufführung auf einer leeren Bühne trifft der Wanderer ein, der sich durch die Erwähnung, daß er im Kreise wandert, als der Wanderer aus den Zirkeltänzen zu erkennen gibt. Er will eigentlich nur einen Schlafplatz für die Nacht, rutscht aber in ein seltsames, spätnächtlichen Possenspiel herein. Der Wanderer kann das alles nicht fassen, er ist abgestoßen und entrüstet über die Weise, wie die Spieler mit den Gefühlen des Narren umspringen, um sich selbst Vergügen daraus zu ziehen. Der Narr bemerkt von alledem nichts, er will nur seinen Drachen erwecken – oder eigentlich nur seiner Verliebtheit in die Prinzessin Raum geben -, aber in dem Moment, wo seine Liebe Erfüllung erhalten würde, macht Satyr einfach das Licht wieder an und reißt ihn aus seinem Traum, schleudert ihn in die unangenehme Wirklichkeit, wo die ganzen Voyeure einschließlich der geliebten Frau ihn einfach nur auslachen, kurz Beifall klatschen und abgehen. Die Schlußszene ist gegen das Publikum gerichtet, das letztlich nicht anders als Satyr und seine Kompane sich am Leiden des Verrückten ergötzt haben. Der Narr entdeckt den erschlagenen Wanderer und schreit dem Publikum seinen Haß entgegen: “Hat es Euch gefallen? Hat es Euch ergötzt?” Die Entstehung der StücksDie Parallelen zu den “Zirkeltänzen” sind offensichtlich. Der Wanderer taucht als Figur auf, ebenso wie die zynische Art des Satyrs stark an den Schatten gemahnt. Auch die “Elfe” ist wieder mit dabei und natürlich der Drachen-Traum. Narrenwahn und NâhtegalAuch hier ist es ähnlich wie bei den “Zirkeltänzen”. Das Stück benutzt eine Vielzahl von Nâhtegal-Metaphern, ohne ein “echtes Nâhtegal-Stück” zu sein. Es hat nicht die märchenhaft-erzählende Struktur wie, zum Beispiel, die dramatischen Texte in Der Minnesänger-Komplex oder im Märenborn, es wäre eher modern und absurd zu bezeichnen, besonders, da es die eigene Fiktion mehrfach selbst zerbricht – einmal durch das “Spiel”, dann durch die Enttarnung der Bühnensituation selbst. ResüméEbenso wie “Zirkeltänze” (1997), “Bardentod” (1998) und das nicht veröffentlichte Stück “P – absurdes Spiel in 19 Bildern” (1996) ist Narrenwahn das ziemlich unreifes Stück eines Jugendlichen (ich ging noch zur Schule, damals!). Trotzdem besitzt es aber einige Qualitäten, die uns bewogen haben, es letzthin mit in die “Dramen” aufzunehmen. |
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[Norman Liebold,
14.02.2006 |
Von Norman Liebold geschrieben am: 14.02.2006 unter Dramen, Hintergründe
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[Dieser Artikel ist der 2. von 8 Teilen in der Reihe Hintergrund Dramen]
Entstanden Anfang 1998 zu Aachen. “Bardentod” atmet noch ganz dieselbe Luft, die “P.”, “Zirkeltänze” und “Narrenwahn” atmen. Störenfried/Schatten/Satyr ist wieder zur Stelle – jetzt heißt er schon der “Tote Barde” – der Weltflüchter, der sich in seinen Elfenbeinturm zurückkriecht ebenso, und die grünäugige Schöne kommt als verdorbene Bardame ebenso zu Wort wie der Zirkeltänzer. [Zum Rest des Beitrages! »] |
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[Norman Liebold,
14.02.2006 |
Von Norman Liebold geschrieben am: 14.02.2006 unter Dramen, Hintergründe
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[Dieser Artikel ist der 1. von 8 Teilen in der Reihe Hintergrund Dramen]
Die “Dramen” sind eine Sammlung von dramatischen Texten, die zwischen 1997 und 2001 aus meiner Feder entstanden sind, und die darin Gemeinsamkeiten aufweisen, daß sie die Bilderwelten des Nâhtegal-Zyklusses bedienen.
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[Norman Liebold,
14.02.2006 |