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Dichterbrand – die Illustration der zweiten Auflage

Von Norman Liebold geschrieben am: 30.10.2011 unter Autorengefasel, Dichterbrand

[Dieser Artikel ist der 7. von 7 Teilen in der Reihe Hintergrund Dichterbrand]

Cover Dichterbrand

Cover Dichterbrand

Am 11.11.2011 bekommt der “Dichterbrand” ein neues Gewand: In seiner zweiten Auflage erscheint er auf wunderschönem Munken Volumen in Cremeweiss mit einem 300g starken Vierfarbcover, ist um 30 Seiten angewachsen, damit man ihn nicht mehr mit der Lupe lesen muss und wird auf einer Original Heidelberg Druckmaschine von 1963 gedruckt. Aber das vielleicht wichtigste und schönste ist: Für die Neuauflage haben meine Lieblingsillustratorin Katharina Theine und ich selbst uns daran gesetzt und einen Illustrationszyklus aus 10 Zeichnungen geschaffen.
Im Buch finden sie jetzt immer abwechselnd eine Zeichnung von Katharina und mir. Ihre sind in Pastell auf Din A2 gearbeitet, meine – natürlich – als Tuschezeichnungen. Die Pastellarbeiten zeigen Quirin Hundtemanns Blickwinkel, während ich den Blick auf Quirin lenke und ihn selber zeige. Wobei die letzte meiner Zeichnungen eine Ausnahme darstellt, zeigt sie doch nicht Quirin, sondern Richard Recknagel. Der Roman spielt mit Identitäten: der Literatur-Magister untersucht den Fall des Schriftstellers, der auf dem Wohnwagenplatz verbrannt ist, und unschwer läßt sich das Augenzwinkern übersehen. Der Dichterbrand entstand kurz nach meinem Magisterabschluss in verschiedenen literarischen Studienfächern und ich Schriftsteller lebte während des Magisters und die vier Jahre darauf auf ebendiesem Wohnwagenplatz. Auch Katharina spielt in ihrer letzten Zeichnung mit dieser im Roman versteckten Ironie, dass ich selbst meine eigene Verbrennung aufkläre: Wenn Sie sich die 5. Zeicnhnung von Katharinas Hand ansehen, werden Sie feststellen, dass auf dem Bucheinband des “Dichterbrand” nicht “Michael Recknagel” oder “Richard Beckmann” steht, sondern “Norman Liebold”.

Norman Liebold. Foto: Anke Böser 2011.
Die Erstellung der Illustrationen hat sehr viel Freude gemacht. Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei meiner Partnerin bedanken, die für mich eine Reihe von Photos machte, mit Hilfe derer ich die Faltenwurf und die eine oder andere Schwierigkeit in kuriosen Körperhaltungen studieren konnte. Die Shootings haben ausgesprochen viel Spaß gemacht!


Hier für Sie die Zeichnungen:
Illustration für das 1. Kapitel: Quirin im Sessel. Norman Liebold 2011, Tusche auf Papier 29,7 x 42 cm.
Quirin auf dem Eudenbacher Friedhof. Illustration für das 3. Kapitel von 'Dichterbrand'. Norman Liebold 2011, Tusche auf Papier 29,7 x 42 cm.
Der Widergänger. Illustration zum 9. Kapitel des 'Dichterbrand'. Norman Liebold 2011, Tusche auf Papier 29,7 x 42 cm.
Illustration für "Dichterbrand" - Quirin und die Soldaten. Norman Liebold, 2011, Tusche auf Papier.
Latein-Duell in der Buchhandlung. Norman Liebold 2011, Tusche auf Papier 29,7 x 42 cm.
Katharina Theine: Illustration zu Dichterbrand. Pastell auf Papier, Din A2.
Katharina Theine: Illustration zu Dichterbrand. Pastell auf Papier, Din A2.
Katharina Theine: Illustration zu Dichterbrand. Pastell auf Papier, Din A2.
Katharina Theine: Illustration zu Dichterbrand. Pastell auf Papier, Din A2.
Katharina Theine: Illustration zu Dichterbrand. Pastell auf Papier, Din A2.



[Norman Liebold, 30.10.2011
Autorengefasel, Dichterbrand
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Dichterbrand – 6. Intentio auctoris – Wider die Dramatik

Von Norman Liebold geschrieben am: 10.02.2008 unter Dichterbrand

[Dieser Artikel ist der 6. von 7 Teilen in der Reihe Hintergrund Dichterbrand]

*DICHTERBRAND*


Das Spiel mit der intentio auctoris

In der Neugermanistik wird nach wie vor eifrig diskutiert, ob es so etwas gebe wie die intentio auctoris, und insbesondere die neueren und insbesondere dekonstruktivistischen Ansätze klammern sie weitestgehend aus, bis dahin, den „Tod des Autors” zu konstatieren. Als Autor habe ich natürlich etwas dagegen, aus dem Textverständnis ausgeklammert zu werden, auch wenn ich diese Ansätze durchaus interessant finde, insbesondere, soweit es die wissenschaftliche Interpretation von literarischen Texten geht. Trotzdem ich natürlich durchaus im „Dichterbrand” mit den Konzepten von intentio auctoris et operis spiele1, bin ich mir doch einigermaßen sicher, dass ich soetwas wie eine Intention hatte.

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  1. Beim letzten Absatz des Romans habe ich mich gekringelt vor Vergnügen deswegen. []


[Norman Liebold, 10.02.2008
Dichterbrand
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Dichterbrand – 5. Ritzen und Spalten – der Schreibprozess

Von Norman Liebold geschrieben am: 10.02.2008 unter Dichterbrand, Hintergründe

[Dieser Artikel ist der 5. von 7 Teilen in der Reihe Hintergrund Dichterbrand]

Hier schrieb ich den Großteil meiner Magisterarbeit. Walter stellte mir diesen wunderschönen und abgelegenen Platz zur Verfügung, während über den Rest der Anlage das Gebrüll der Fußballweltmeisterschafts-Begeisterten rollte. Wenn Herr Wehner im neunten Kapitel Quirin den Wohnwagen überläßt, ist das eine ganz klare Reminiszenz daran.

Am 19.09.2007 vermerkte ich in der Fußnote zur geraden abgeschlossenen Szene mit Gay Einzahn und Joy Blauauge: „Das Erscheinen des Rufmords schätze ich auf Mitte Oktober, Anfang November. [...] Das Romänchen dürfte etwas um die 80 Seiten haben [...]” (Zum Post springen >>>) Das waren zwei Wochen, nachdem ich mit dem Schreiben begonnen hatte.

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[Norman Liebold, 10.02.2008
Dichterbrand, Hintergründe
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Dichterbrand – 4. Zitatewut

Von Norman Liebold geschrieben am: 10.02.2008 unter Dichterbrand, Hintergründe

[Dieser Artikel ist der 4. von 7 Teilen in der Reihe Hintergrund Dichterbrand]

Ich kann nicht leugnen, dass es mir Freude macht, diejenigen Assoziationen und aufgerufenen Paratexte, die ein von mir bearbeiteter Stoff berührt und im Leser möglicherweise wachruft, auch direkt in den Text mit einzubeziehen und mit dem Geflecht, das sich intertextuell daraus ergibt, auf selbstgefällig intellektuelle Art herumzuspielen :-D .

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[Norman Liebold, 10.02.2008
Dichterbrand, Hintergründe
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Dichterbrand – 3. Dichtung und Wahrheit

Von Norman Liebold geschrieben am: 10.02.2008 unter Dichterbrand, Hintergründe

[Dieser Artikel ist der 3. von 7 Teilen in der Reihe Hintergrund Dichterbrand]

Spätestens, seit der Generalanzeiger am 18. Januar 2008 über den seltsamen tintenfuchsenden Kauz im Siebengebirge berichtete [Artikel lesen >>>], der in einem Wohnwagen lebend einen Krimi schreibt, bei dem ein seltsamer tintenfuchsender Kauz im Siebengebirge, der in seinem Wohnwagen lebend Bücher schreibt, in die Luft fliegt,1 stellten sich wohl die letzten die Frage: Wie viel Autobiographie steckt da drinnen?

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  1. Ich widerstehe an dieser Stelle der Versuchung, diese Schachtelung in der Art zweier gegenüber liegender Spiegel ein paar Absätze lang zu wiederholen… []


[Norman Liebold, 10.02.2008
Dichterbrand, Hintergründe
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Dichterbrand – 2. Nomen est Omen

Von Norman Liebold geschrieben am: 10.02.2008 unter Dichterbrand, Hintergründe

[Dieser Artikel ist der 2. von 7 Teilen in der Reihe Hintergrund Dichterbrand]

Der heilige Quirinus. (Kuppel des Neusser Münsters))
Campingplatz Hülder - Haupthaus.
Walter mit Gay Einzahn (welcher mal wieder Autos hüten wollte, etwas, das ihm schon einmal eine Anzahl Zähne kostete im Kampf mit einem Land Rover). Photo: Norman Liebold.
Norman Liebold hinterm Bücherturm. (Und nachwachsendem Barte)
Norman Liebold bezieht das Publikum mit ein.  Foto: Thomas Nühnen (www.nuehnen.de)

Nicht nur die Tatsache, dass im „Dichterbrand” etliche Personen vorkommen, deren Inspiration1 realen Zeitgenossen zu verdanken ist, stellt inhärent die Problematik der Namensgebung auf. Der „Dichterbrand” ist das, was gerne unter „Lokalkrimi” subsumiert wird. Was ich persönlich allerdings nachgerade für Schwachfug halte, denn letzthin braucht jede Geschichte, insbesondere solche mit „realistischem Anspruch”2, eine Verortung.

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  1. oder Seele, wenn man so möchte []
  2. im Sinne von Aristoteles verstanden []


[Norman Liebold, 10.02.2008
Dichterbrand, Hintergründe
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Dichterbrand – 1. Von der Idee zum Roman

Von Norman Liebold geschrieben am: 10.02.2008 unter Dichterbrand, Hintergründe

[Dieser Artikel ist der 1. von 7 Teilen in der Reihe Hintergrund Dichterbrand]
Gay Einzahn und Joy, wie sie jedem neuen Gast von mir in Erinnerung bleiben, wenn ich mit ihm über den Hof komme und mich an seinem ängstlichen Gesichtsausdruck weide. Sie sind wirklich schnell, und ehe Ball und Stock bemerkt werden, ist zuerst die Angst da.
Hier schrieb ich den Großteil meiner Magisterarbeit. Walter stellte mir diesen wunderschönen und abgelegenen Platz zur Verfügung, während über den Rest der Anlage das Gebrüll der Fußballweltmeisterschafts-Begeisterten rollte. Wenn Herr Wehner im neunten Kapitel Quirin den Wohnwagen überläßt, ist das eine ganz klare Reminiszenz daran.
Der Pfarrer-Wyler-Weg. Rechts die Kapelle des Friedhofes, links die Silo-Miete.
Die Pferde auf der Koppel. Im Hintergrund die Wohnwagen des Platzes.

Die erste Idee zum Siebengebirgskrimi hatte ich um 2003 herum. Damals verbrachte ich mit meiner damaligen Partnerin sehr viel Zeit auf dem Wohnwagenplatz Eudenbach, wo wir uns eine Art kuscheliges Liebesnest eingerichtet hatten. Trotzdem gerade mal 20 Minuten vom Hause ihrer Eltern entfernt, hatte das Siebengebirge jedesmal den Flair eines kleinen Urlaubes: Wald, Berge, die wunderschönen, mit türkisenem Wasser gefüllten Steinbrüche zum Baden, Pilze- und Kräutersammeln… und keine nach Millimetern messende Rigips-Wand ohne jede schalldämmende Eigenschaften mit dem elterlichen Schlafzimmer auf der anderen Seite.

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[Norman Liebold, 10.02.2008
Dichterbrand, Hintergründe
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