Von Norman Liebold geschrieben am: 10.02.2008 unter Dichterbrand
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[Dieser Artikel ist der 6. von 7 Teilen in der Reihe Hintergrund Dichterbrand]
*DICHTERBRAND* Das Spiel mit der intentio auctorisIn der Neugermanistik wird nach wie vor eifrig diskutiert, ob es so etwas gebe wie die intentio auctoris, und insbesondere die neueren und insbesondere dekonstruktivistischen Ansätze klammern sie weitestgehend aus, bis dahin, den „Tod des Autors” zu konstatieren. Als Autor habe ich natürlich etwas dagegen, aus dem Textverständnis ausgeklammert zu werden, auch wenn ich diese Ansätze durchaus interessant finde, insbesondere, soweit es die wissenschaftliche Interpretation von literarischen Texten geht. Trotzdem ich natürlich durchaus im „Dichterbrand” mit den Konzepten von intentio auctoris et operis spiele1, bin ich mir doch einigermaßen sicher, dass ich soetwas wie eine Intention hatte. [Zum Rest des Beitrages! »]
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[Norman Liebold,
10.02.2008 |
Von Norman Liebold geschrieben am: 10.02.2008 unter Dichterbrand, Hintergründe
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[Dieser Artikel ist der 5. von 7 Teilen in der Reihe Hintergrund Dichterbrand]
Am 19.09.2007 vermerkte ich in der Fußnote zur geraden abgeschlossenen Szene mit Gay Einzahn und Joy Blauauge: „Das Erscheinen des Rufmords schätze ich auf Mitte Oktober, Anfang November. [...] Das Romänchen dürfte etwas um die 80 Seiten haben [...]” (Zum Post springen >>>) Das waren zwei Wochen, nachdem ich mit dem Schreiben begonnen hatte. [Zum Rest des Beitrages! »]
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[Norman Liebold,
10.02.2008 |
Von Norman Liebold geschrieben am: 10.02.2008 unter Dichterbrand, Hintergründe
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[Dieser Artikel ist der 4. von 7 Teilen in der Reihe Hintergrund Dichterbrand]
Ich kann nicht leugnen, dass es mir Freude macht, diejenigen Assoziationen und aufgerufenen Paratexte, die ein von mir bearbeiteter Stoff berührt und im Leser möglicherweise wachruft, auch direkt in den Text mit einzubeziehen und mit dem Geflecht, das sich intertextuell daraus ergibt, auf selbstgefällig intellektuelle Art herumzuspielen [Zum Rest des Beitrages! »]
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[Norman Liebold,
10.02.2008 |
Von Norman Liebold geschrieben am: 10.02.2008 unter Dichterbrand, Hintergründe
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[Dieser Artikel ist der 3. von 7 Teilen in der Reihe Hintergrund Dichterbrand]
Spätestens, seit der Generalanzeiger am 18. Januar 2008 über den seltsamen tintenfuchsenden Kauz im Siebengebirge berichtete [Artikel lesen >>>], der in einem Wohnwagen lebend einen Krimi schreibt, bei dem ein seltsamer tintenfuchsender Kauz im Siebengebirge, der in seinem Wohnwagen lebend Bücher schreibt, in die Luft fliegt,1 stellten sich wohl die letzten die Frage: Wie viel Autobiographie steckt da drinnen? [Zum Rest des Beitrages! »]
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[Norman Liebold,
10.02.2008 |
Von Norman Liebold geschrieben am: 10.02.2008 unter Dichterbrand, Hintergründe
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[Dieser Artikel ist der 2. von 7 Teilen in der Reihe Hintergrund Dichterbrand]
Nicht nur die Tatsache, dass im „Dichterbrand” etliche Personen vorkommen, deren Inspiration1 realen Zeitgenossen zu verdanken ist, stellt inhärent die Problematik der Namensgebung auf. Der „Dichterbrand” ist das, was gerne unter „Lokalkrimi” subsumiert wird. Was ich persönlich allerdings nachgerade für Schwachfug halte, denn letzthin braucht jede Geschichte, insbesondere solche mit „realistischem Anspruch”2, eine Verortung. [Zum Rest des Beitrages! »]
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[Norman Liebold,
10.02.2008 |
Von Norman Liebold geschrieben am: 10.02.2008 unter Dichterbrand, Hintergründe
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[Dieser Artikel ist der 1. von 7 Teilen in der Reihe Hintergrund Dichterbrand]
Die erste Idee zum Siebengebirgskrimi hatte ich um 2003 herum. Damals verbrachte ich mit meiner damaligen Partnerin sehr viel Zeit auf dem Wohnwagenplatz Eudenbach, wo wir uns eine Art kuscheliges Liebesnest eingerichtet hatten. Trotzdem gerade mal 20 Minuten vom Hause ihrer Eltern entfernt, hatte das Siebengebirge jedesmal den Flair eines kleinen Urlaubes: Wald, Berge, die wunderschönen, mit türkisenem Wasser gefüllten Steinbrüche zum Baden, Pilze- und Kräutersammeln… und keine nach Millimetern messende Rigips-Wand ohne jede schalldämmende Eigenschaften mit dem elterlichen Schlafzimmer auf der anderen Seite. [Zum Rest des Beitrages! »]
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[Norman Liebold,
10.02.2008 |
Von Norman Liebold geschrieben am: 09.09.2007 unter Der Kulturgeist, Hintergründe
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[Dieser Artikel ist der 3. von 3 Teilen in der Reihe Hintergrund Kulturgeist]
Den “Kulturgeist” schleppte ich eine ganze Weile mit mir herum, ehe ich den Füllfederhalter auf das Papier setzte und ihn August und September 2007 endlich niederschrieb. Die erste Idee entstand, während ich gemeinsam mit den Positanos im Mai und Juno 2005 an unserem “LiedErZähling“-Projekt bastelte. Trotzdem ie sich in den dazwischen liegenden zwei Jahren immer wieder veränderte, fand sie zum Schluß wieder zu den Positanos zurück und John Brandi wurde zum Protagonisten. Was beim “Kulturgeist” wirklich amüsant zu beobachten war, war die Eigendynamik einer Story. Als die Grundidee entwickelt wurde, spielte sie auf irgendeinem Mittelalter-Markt und sollte als frei erzähltes Neuzeitmärchen ein Fünfminüter werden. Jetzt ist sie die längste Geschichte im “Der Kulturgeist und andere Dämonen” und ist mehr als eine Lesestunde lang geworden. (Live-Mitschnitt der Lesung im Café Podcast online anschauen!) [Zum Rest des Beitrages! »]
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[Norman Liebold,
09.09.2007 |
Von Norman Liebold geschrieben am: 13.05.2007 unter Der Kulturgeist, Hintergründe
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[Dieser Artikel ist der 2. von 3 Teilen in der Reihe Hintergrund Kulturgeist]
“Venusberg” ist im Gegensatz zu den meisten anderen Geschichten, die gerade jetzt [04-07/2007] entstehen, beziehungsweise von der Warteliste abgearbeitet werden, eine wirklich neue Geschichte. Die Idee entstand, während ich mich tatsächlich hoffnungslos in Bonn-Dottendorf verfuhr, weil irgendein Marathon-Lauf oder ein Rollerblades-Wettkampf stattfand und die mir bekannten Routen aus der Stadt heraus blockiert waren. In der Tat kurvte ich vielleicht eine halbe Stunde um den Venusberg herum, und ich befand mich, ganz ähnlich wie Uli, nicht unbedingt in der besten Verfassung, denn tatsächlich: nach heftigem Streit hatte ich im Wagen geschlafen und wollte mit schwerem Herzen nur noch nach hause. [Zum Rest des Beitrages! »]
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[Norman Liebold,
13.05.2007 |
Von Norman Liebold geschrieben am: 20.04.2007 unter Der Kulturgeist, Hintergründe
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[Dieser Artikel ist der 1. von 3 Teilen in der Reihe Hintergrund Kulturgeist]
GrundideeDie Idee der beiden Magier, die an einem ganz gewöhnlichen Ort sitzen und über alles andere als gewöhnliche Dinge reden, ist ein Bild, das mich schon sehr lang immer wieder faszinierte. Inmitten einer gänzlich gewöhnlichen Situation üben sie – für sie selbstverständlich – Magie, während die Menschen ringsum sich damit zu arrangieren versuchen, aber nichtsdestotrotz in ihrer Wirklichkeit verstört werden. (Natürlich ist das eines jener Pubertäts-Bilder, um in fast schon nietzscheanischer Arroganz das Gefühl der Besonderheit zu umschreiben, das in der Pubertät ganz gerne das Selbstgefühl bestimmt.) [Zum Rest des Beitrages! »]
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[Norman Liebold,
20.04.2007 |
Von Norman Liebold geschrieben am: 14.02.2007 unter Bardenträume, Hintergründe
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Die “Dichter-Dämonen” tragen den Untertitel “Nâhtegals Poeticon”, und sie sind – was die Nâhtegal-Stücke angeht gänzlich, was meine ganze Schreiberei angeht zumindest zu großen Teilen – meine perönliche Poetik. Brief an einen jungen DichterZwischen dem Poeten und Liedermacher Daniel Schult und mir besteht ein ganz besonderes Verhältnis. Nicht nur, daß er und ich das produzieren, was man “Literatur” nennt, nicht nur, daß wir uns seit 1996 kennen, wir sind vor allem denkbar unterschiedlich. 1998 hatten wir einen regen Briefwechsel, in dessen Verlauf mir Daniel die “Zehn Gedichte übers Dichten” vor die Füße spieh. Seit 2003 stehe ich gemeinsam mit Daniel und auch seinem Liedermacher-Duo Positano auf der Bühne, und wir haben sehr viel Spaß. Lustigerweise begann unser gemeinsames Bühnenprojekt “LiedErZähling” damit, daß wir begannen, die “Dichter-Dämonen” zu vertonen – um dann jedoch ein ganz neues, ganz eigenes Konzept zu spinnen. Eine Anekdote am Rande, die das Verhältnis zwischen den Dichtern Liebold und Schult (2004 machten wir zum Beispiel auch ein kleines Projekt, das wir “Schuld/t und Lieb(e)old brennt” nannten) vor 2003 sehr anschaulich zeigt. An einem Maifeuer – das muß 97 oder 98 gewesen sein, kam Daniel sturzbetrunken auf mich zu, um mir ins Gesicht zu schreien, daß ich Blumen in mir trage, Rosen, aber anstatt sie den Menschen zu schenken, vergrübe ich sie in mir, so daß sie irgendwann mein Herz durchwuchern und dann wie ein Alien aus meiner Brust herausbrechen werden, weils drinnen zu eng würde. Die Reise durch den Märenbaum
Zu den einzelnen Episoden und Gestalten hier ein paar Zeilen. Unter’m BaumNahtegals GrabNâhtegal gräbt sich selbst ein Grab. Er fühlt sich wie “Krähe” (der tote Barde aus “Krähe und Nachtigall”), dreht sich im Kreis und käut immer nur die alten Lieder wieder. Er will Ruhe und in Ruhe verrotten. Die SpinnenwächterinDie Bewohnerin der Höhle – die die Pforte ist zur Wurzel des Märenbaums – ist eine gigantische Spinne. Nâhtegal muß sich als Spîlman beweisen, sonst läßt sie ihn nicht weiter. Aber auch zurück kann er nicht, einmal vor der Spinnenwächterin, hat er keine Wahl.
Das Symbol der Spinne als Spinnerin – Geschichtenspinnerin, Seemannsgarn spinnen – ist offensichtlich. Weniger offensichtlich ist, daß die Spinne in den Naturreligionen häufig die Wächterin zur Unterwelt und zur Welt der Unsterblichen darstellt.
Das bezieht sich auf ein “mystisches” Erlebnis, einer Begegnung mit einer monströsen Riesenspinne WurzelreichNâhtegal kriecht durch einen finsteren Gang, und er fürchtet sich. Er singt dabei – um seine Angst zu bekämpfen, das “Dunkelheitslied”, das ich gern mag:
Während Nâhtegal ängstlich zitternd und singend durch den Gang kriecht, spricht ihn plötzlich eine Stimme aus dem Nichts an: “Mach kein solchen Lärm, ich dichte!” Blättermonster und GeldsäckeUnter den Wurzeln treiben sich unangenehme Gestalten herum, die “Falschen Dichter” und der Geldsack.
Nâhtegal schlägt ihm sein Blätterkleid herunter: er ist nur eine eitle Hure, bunt geschminkt, und drunter nichts als Eitelkeit. Der PredigerDer Prediger benutzt die Literatur, um von seiner Sache zu überreden. Nâhtegal erklärt, was er will: “duch Deiner Worte feingeschliffnen Zauber Mensch und Volk verhexen, bis sie ganz nach Deiner Pfeife tanzen”. Der SpiegelmannEr schreibt lediglich zur Selbst-Bespiegelung. Nâhtegal kann ihn noch am besten von allen verstehen, aber er ist ein unreifer Dichter, und Nâhtegal zerschlägt ihm seinen Spiegel. Der GeldsackDer Geldsack ist der mächtigste und eingebildetste der Wesen, die unter der Wurzel der Märenbaums hausen und ihn annagen. Er hat Heerscharen von Jüngern, und er hält sich für unbesiegbar. Während Nâhtegal im “Schlagetot-Lied” den Falschen Dichtern in sich Herre wird, und sie nicht zuletzt auch darum erschlägt, weil sie den Märenbaum zu zerstören drohen, muß er den Geldsack überlisten: Er schlägt ihn nicht, sondern singt das “Geldsack-Lied”:
Nâhtegal kriecht durch die Wunder, die die Falschen Dichter in die Wurzel des Märenbaums gefressen haben in den Baum hinein. WurzelnornenIn den Wurzeln des Märenbaums wohnen die Wurzelnornen. Die Nornen spinnen den “roten Faden” einer jeden Geschichte und sind Gleichnis für Nâhtegals Weg zu schreiben: Verwurzelt in der vieltausendjährigen Tradition des Geschichtenspinnens, verbunden mit der “Mondgöttin” – der Inspiration, dem Inneren Gefühl – gibt sie den Faden weiter an die Mutternorne, die den Faden durch das Leben zieht und mit ihrem Herzblut rot färbt: Sinnbild für das persönliche Erleben der Welt. Zuletzt die Nornenmaid, die, verliebt in Schönes und Verziertes, den Faden zu schönen Mustern webt: Bild für die rethorisch kunstvolle Weise zu erzählen.
Der WeltenfresserAus dem Wurzelstrang kommt ein fetter, ekliger Wurm gekrochen und droht, die Nornen aufzufressen. Es ist der Weltenfresser, die andere Weise, an literarischen Stoff zu kommen: Sinnlos, wahllos in sich hineinfressen, um es dann – mehr oder weniger verdaut und ausgegoren – wieder auszuscheiden. Der Weltenfresser kann nur verstehen, was er gefressen hat, und es fressend, vernichtet er es zugleich. Der Text des Liedes vom Weltenfresser geht auf eine ältere Version zurück, die 2000 und 2001 im Kontext zum “Poeticon” entstanden. Damals waren diese Texte noch nicht in eine Handlung eingebunden, und nicht alle fanden Eingang in die “Dichterdämonen”. Frau Form und Herr GehaltDas Geheimnis guter Kunst ist die Symbiose von ausgesagtem Inhalt und der äußeren Form. In den “Dichterdämonen” werden Form und Gehalt durch Frau Form und Herr Gehalt dargestellt, ein Ehepaar, Dichtungen sind ihre Kinder, der Prozeß kreativen Schreibens gelebte Liebe zwischen den Beiden. StammhalleDie Stammhalle ist ein weiter Saal, dessen hohe Decke von einem lichten Wald an Birkenstämmen gestützt wird, der Boden ist eine grüne Wiese. Der fette RieseDreibeköpft, sich immer uneins, und ziemlich schwer zufriedenzustellen: Der dreiköpfige Riese “Publikum”. Das HuhnVielleicht noch gefährlicher und nerviger als der fette Riese mit den drei Köpfen ist definitiv das H U H N. Das nämlich, das gackert, während andere Eier legen – der Kritiker. Doktor NâhtegalDer Geldsack – um seine Füllung fürchtend – empfiehlt Nâhtegal: “Du solltest studieren!” Nâhtegal versteht nicht: “Wozu denn das? Muß ich komische Wörter kennen, um gut zu dichten?” Aber darum geht es nicht, erklärt Geldsack: “Dann kannst Du das Huhn mit Hühnerwaffen schlagen!”
Als Nâhtegal wieder erwacht, hat er zwar das Hrn voll mit theoretischem Wissen und kennt literarische Werke auswendig, aber zugleich ist es ihm, als hörte er Stimmen, die alles kommentieren, was er sagt:
Aber als das Huhn kommt, weiß er ihm zu begegnen, er bombardiert ihn mit Fremdwörtern und mit intertextuellen Interpretationen und unterstützt das ganze mit seinen akademischen Graden. WipfelNâhtegal hat Wurzelhöhle, Wurzel und Stamm des Märenbaums durchquert, jetzt muß er in die Krone hinaus, der Eingang ist jedoch vom widerlicher Pfropf verstopft. VerstopfungDer horror vacui eines jeden Schriftstellers und Dichters: Die Schreibblockade.
Ein interessantes Detail an der Verstopfungs-Szene ist, daß sich der Pfropf, nachdem er von Nâhtegal Stück für Stück abgetragen wird, zuerst als die Spinne und schließlich als Amica erweist. Und Amica ist ziemlich sauer, denn Nâhtegal hat sich, ohne ihr etwas zu sagen, einfach mit seinem Spaten davongestohlen, um sich selber einzugraben. SpielmannsblutDie letzte Szene der Dichter-Dämonen ist erschreckend und erhebend zugleich. Als Nâhtegal seine Seele aushaucht, geschieht Wunderbares:
Der Kreis des Nâhtegal schließt sich und knüpft an “Krähe und Nachtigall” an. Wie sein Vorgänger Krähe begibt sich Nâhtegal ins Paradies der “ewigen Barden”, das hinter dem Mond liegt. Aber natürlich ist Amicas Weinen unangebracht, die Nornen und das Ehepaar von Form und Gehalt erklären lakonisch:
Sie denken, daß, wenn Amica erwacht, ihr Liebster warm und atmend neben ihr liegt. Das Stück schließt mit einer Wiedergeburt Nâhtegals: Der junge Nâhtegal weiß um was Nâhtegal gewußt, aber es belastet ihn nicht. Was der Nagewurm zerfraß, lebt jetzt glücklich hinterm Mond (*g* bzw. ist gedruckt nicht mehr zu korrigieren…) und die Nornen versprechen, ihm noch schöne neue Fäden zu spinnen. [ Leseproben >>> ]
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[Norman Liebold,
14.02.2007 |