Amazon.de Widgets
NORMAN-LIEBOLD.COM | LIEBOLDBUCH.DE | LESEPERFORMER.DE | LIEBOLDKUNST.DE | LIEBOLDPHOTO.DE | LIEBOLDDESIGN.DE | SIEBENKUNST.DE | SIEBENGEBIRGSKRIMI.DE | WORTANKLANG.DE

WWW.LIEBOLDBUCH.DE
[Dieser Artikel ist der 2. von 3 Teilen in der Reihe Hintergrund Kulturgeist]

Hintergrund Kulturgeist - Inhaltsverzeichnis

Der Kulturgeist – 1. Carpe Noctem
Der Kulturgeist – 2. Venusberg
Der Kulturgeist – 3. Der Kulturgeist

Illustration zu 'Der Kulturgeist' von Katharina Theine. Circe. (Venusberg) Grafit auf Papier. Katharina Theine 2008.

Illustration zu ‘Der Kulturgeist’ von Katharina Theine. Circe. (Venusberg) Grafit auf Papier. Katharina Theine 2008.13-Jun-2009 12:16

Illustration zu 'Der Kulturgeist' von Katharina Theine. Circe (Venusberg). Grafit auf Papier. Katharina Theine 2008.

Illustration zu ‘Der Kulturgeist’ von Katharina Theine. Circe (Venusberg). Grafit auf Papier. Katharina Theine 2008.13-Jun-2009 12:16

Illustration zu 'Der Kulturgeist' von Katharina Theine. De Krähe auf der Motorhaube (Venusberg). Grafit auf Papier. Katharina Theine 2008.

Illustration zu ‘Der Kulturgeist’ von Katharina Theine. De Krähe auf der Motorhaube (Venusberg). Grafit auf Papier. Katharina Theine 2008.13-Jun-2009 12:15

Illustration zu 'Der Kulturgeist' von Norman Liebold. Theiresias aus 'Venusberg'. Tusche auf Papier. Norman Liebold 2007.

Illustration zu ‘Der Kulturgeist’ von Norman Liebold. Theiresias aus ‘Venusberg’. Tusche auf Papier. Norman Liebold 2007.29-Jul-2009 12:12

“Venusberg” ist im Gegensatz zu den meisten anderen Geschichten, die gerade jetzt [04-07/2007] entstehen, beziehungsweise von der Warteliste abgearbeitet werden, eine wirklich neue Geschichte. Die Idee entstand, während ich mich tatsächlich hoffnungslos in Bonn-Dottendorf verfuhr, weil irgendein Marathon-Lauf oder ein Rollerblades-Wettkampf stattfand und die mir bekannten Routen aus der Stadt heraus blockiert waren. In der Tat kurvte ich vielleicht eine halbe Stunde um den Venusberg herum, und ich befand mich, ganz ähnlich wie Uli, nicht unbedingt in der besten Verfassung, denn tatsächlich: nach heftigem Streit hatte ich im Wagen geschlafen und wollte mit schwerem Herzen nur noch nach hause.

Das war am 22.04.2007. Das ist aber auch der Punkt, an dem der Leser aufhören sollte, in der Geschichte nach Wiederspiegelungen aus meinem realen Leben zu forschen. Das beginnt damit, daß der Sprit natürlich aufgrund der Dramatik der Geschichte versiegt, geht über die reale Route, die Uli in der Geschichte nimmt (auch wenn sie topographisch natürlich stimmig ist) einschließlich der Tatsache, daß er zehn Mal im Kreis herum fährt und gilt ganz besonders für seine Rückblenden. Ich bin überzeugt, daß Kirke im Moment nicht in Bonn wohnt und Cerberus drei- oder hundertköpfig durch die Gassen streunt, um sie zu finden. Auch der alte Mann, den Uli an der Shell-Tankstelle trifft, ist eine Ausgeburt meines spinnerten Hirns.Während ich allerdings von diversen Absperrungen immer wieder aufgehalten und vom Gassengewirr in die Irre geleitet eine Weile durch Bonn irrte, und es mir – als intellektuelles Spiel, versteht sich – schien, als ob, was geschah, sich über mich lustig machte, entstand die Idee zur Geschichte. Tatsächlich fand ich es ausgesprochen mehrdeutig (nachdem ich mit Fluchen aufhörte), daß ich immer um den Venusberg herum kurvte und nicht von ihm weg kam. Wobei zwei Dinge in diesem Moment von ausgesprochenem Gewicht waren. Zum Einen, daß mein Vater vor zwei Jahren in den Kliniken starb, bzw. gestorben wurde, zum anderen, daß ich aus ausgesprochener Nähe zum Venushügel eine ganze Zeite in ausgesprochener Nähe zum Venusberg mehr oder minder wohnte. Natürlich bin ich der Überzeugung, daß ein Schriftsteller letztlich nur darstellen kann, was er begriffen und – in der einen oder anderen Form – innerlich erlebte. Man sollte nur von Dingen sprechen, von denen man auch Ahnung hat. Nichtsdestotrotz ist das lediglich als Inspiration zu betrachten, und die fertige Story ist in keinster Weise noch Abbild von realen Begebnissen. Schon gar nicht eine pantastische Geschichte.

Antike Anspielungen

Spätestens, wenn Hermann betrunken Homers Odyssee zitiert, dürften dem Leser Anspielungen zur Irrfahrt des Odysseus – lateinisch Uliixes – auffallen. Wenn Hermann bedeutungsvoll die Worte Hermes’ nachspricht, wird auch die Wahl seines Namens transparent. Die Rezeption der Odyssee – genauer des 10. Gesanges – für “Venusberg” ist dabei jedoch ein Spiel, das nicht notwendig für Verstehen und Genuß der Geschichte ist, den Reiz jedoch für den, der es bemerkt und die mitgetragenen Bedeutungen versteht, erheblich erhöht.

ZITATE | Aufgrund der grinsenderweise spielerischen Adaption der Kirke-Odysseus-Geschichte befinden sich etliche direkte und indirekte Zitate im Text, die weitestgehend dem Zehnten Gesang der Odyssee entstammen. Für den Interessierten fasse ich die Auffälligsten hier kurz zusammen.

Stilistik und Technikspielerei

Wie Carpe Noctem ist auch “Venusberg” als zweite Geschichte nach dem “dunklen Jahr” auch ein stilistisches Experiment. Effektiv besteht die gesamte Geschichte aus Rückblenden und Überlegungen Ulis, die durch die Irrfahrt in Bonn und ihre im Grunde banalen Ereignisse miteinander verknüpft sind. Die Geschehnisse werden dadurch verfremdet und nehmen in Ulis Geist mehr und mehr den Charakter einer Wahnvorstellung an, die auf die Wirklichkeit abfärbt. Er belegt alle Geschehnisse mit Sinn und Absicht und versetzt sich selbst in eine pantheistische Welt, in der Götter die Geschicke der Menschen lenken und sich nicht scheuen, mit ihnen zu schlafen. Bis ich die Geschichte am 18.05.2007 im Kulturcafe vorgelesen hatte, trug ich durchaus die nicht geringe Sorge, daß dies der Geschichte schaden könne und der Spannungsbogen nicht in der von mir beabsichtigen Weise aufgebaut würde. Zu meiner großen Freude ging die Rechnung jedoch auf, und die Geschichte kam sogar noch besser an als “Carpe Noctem“. Das Durcheinandermischen von Jetzt und Erinnerung und das immer stärkere Zerfasern der Realität war die schwierigste Aufgabe, was die Stilistik der Geschichte angeht.

Deutung

Nun, das ist ja nun wahrlich eine Sache, die nicht an mir liegt, sondern an Euch, den Hörern und Lesern. Ich würde mich freuen, wenn Ihr Euch nicht scheut, Eure Meinungen und Gedanken zu bekunden.


Navigation<< Der Kulturgeist – 1. Carpe NoctemDer Kulturgeist – 3. Der Kulturgeist >>

[Norman Liebold, 13.05.2007
Der Kulturgeist, Hintergründe
Kommentare: Keine Kommentare » ]



Sagen Sie etwas dazu!




Der Kulturgeist – 2. Venusberg

DER SCHRIFTSTELLER NORMAN LIEBOLD

BUCHLADEN | eBOOKS BÜCHER | SCHMÖKERECKE | AUTORENGEFASEL | LESUNGSTERMINE