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Lourdesheim Aachen | Photos: Norman LieboldLourdesheim Aachen | Photos: Norman Liebold
Lourdesheim Aachen | Photos: Norman Liebold17-Apr-2005 16:40
Auf dem Chio Aachen | Lourdesheim Aachen | Photos: Norman LieboldAuf dem Chio Aachen | Lourdesheim Aachen | Photos: Norman Liebold
Auf dem Chio Aachen | Lourdesheim Aachen | Photos: Norman Liebold17-Apr-2005 16:40
Beim "Singkreis" | Lourdesheim Aachen | Photos: Norman LieboldBeim "Singkreis" | Lourdesheim Aachen | Photos: Norman Liebold
Beim "Singkreis" | Lourdesheim Aachen | Photos: Norman Liebold17-Apr-2005 16:40
Beim "Singkreis" | Lourdesheim Aachen | Photos: Norman LieboldBeim "Singkreis" | Lourdesheim Aachen | Photos: Norman Liebold
Beim "Singkreis" | Lourdesheim Aachen | Photos: Norman Liebold17-Apr-2005 16:40
Lourdesheim Aachen | Photos: Norman LieboldLourdesheim Aachen | Photos: Norman Liebold
Lourdesheim Aachen | Photos: Norman Liebold17-Apr-2005 16:40
In der Geronto-Gruppe | Lourdesheim Aachen | Photos: Norman LieboldIn der Geronto-Gruppe | Lourdesheim Aachen | Photos: Norman Liebold
In der Geronto-Gruppe | Lourdesheim Aachen | Photos: Norman Liebold17-Apr-2005 16:40
In der Geronto-Gruppe | Lourdesheim Aachen | Photos: Norman LieboldIn der Geronto-Gruppe | Lourdesheim Aachen | Photos: Norman Liebold
In der Geronto-Gruppe | Lourdesheim Aachen | Photos: Norman Liebold17-Apr-2005 16:40
In der Geronto-Gruppe | Lourdesheim Aachen | Photos: Norman LieboldIn der Geronto-Gruppe | Lourdesheim Aachen | Photos: Norman Liebold
In der Geronto-Gruppe | Lourdesheim Aachen | Photos: Norman Liebold17-Apr-2005 16:40
In der Geronto-Gruppe | Lourdesheim Aachen | Photos: Norman LieboldIn der Geronto-Gruppe | Lourdesheim Aachen | Photos: Norman Liebold
In der Geronto-Gruppe | Lourdesheim Aachen | Photos: Norman Liebold17-Apr-2005 16:40
Beim "Sitztanz"  | Lourdesheim Aachen | Photos: Norman LieboldBeim "Sitztanz" | Lourdesheim Aachen | Photos: Norman Liebold
Beim "Sitztanz" | Lourdesheim Aachen | Photos: Norman Liebold17-Apr-2005 16:40
Lourdesheim Aachen | Photos: Norman LieboldLourdesheim Aachen | Photos: Norman Liebold
Lourdesheim Aachen | Photos: Norman Liebold17-Apr-2005 16:40

Ecksteinliegt mir aus mehreren Gründen sehr am Herzen. Zum Einen ist sie seit sehr langer Zeit die erste Novelle mit realistischem Anspruch, zum Anderen habe ich damit eine Blockade zerbrochen, die seit 1998 bestand, um meine schriftstellische Freiheit, um die ich seit dem “Spiegelburch” ringe, wiederzugewinnen. Zum Dritten habe ich, soweit ich mich erinnern kann, noch nie soviel Blut und Wasser für eine Geschichte geschwitzt, während ich sie schrieb.
Mein Zivildienst im “Lourdesheim” zu Aachen, einem dem Schwesternorden “Zur Seeligen Franziska” unterstehenden Alten- und Pflegeheim, ist zwar auf der einen Seite eine wertvolle, an menschlichen Erfahrungen sehr reiche Zeit gewesen, zugleich jedoch auch eine, die offensichtlich eine nicht geringe seelische Belastung durch das ständige Umgebensein von Tod, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und geistigem Verfall in konzentriertem Maße für mich darstellte.
Während dieser Zeit begann ich nicht nur zu Rauchen wie ein Schlot, sondern litt mehr und mehr unter Schlaflosigkeit und, wenn ich denn schlief, unter drückenden Träumen. Ein Zustand, der auch nach dem Zivildienst verblieb. Zugleich wandte ich mich von allen realistischen Geschichten völlig ab und begann, zum einen ältere phantastische Geschichten wieder aufzubereiten wie auch mich völlig auf die Märchenwelt des “Nâhtegal-Zyklusses” zu fixieren und ausschließlich irreale Mären zu spinnen. Etwas, aus dem ich seit 2001 auszubrechen versuchte, aber Angst vor Neuem hatte.
Der Drang dahin wurde jedoch immer stärker, wenn ich auch bis Ende 2003 diesen Punkt hinausschob, indem ich mich weiterhin in den “Nâhtegal-Zyklus” vergrub. Mit “Altenheim”, Ende 2003, wagte ich mich erstmals an den Stoff, und etwas riß in mir auf, die “Eckstein“-Thematiken brachen hervor. Ich wagte jedoch immer nicht, mich in den Stoff hineinzubegeben, als ob ich eine reale Angst davor hatte. Nicht zu unterschätzen war dabei auch die Furcht, Menschen durch einseitige oder falsche beschreibungen Unrecht zu tun.
Erst durch die Versicherungen und unterstützenden Ratschläge des befreundeten Benedektiner-Paters Friedhelm aus dem Konvent Kornelimünster und V.Walterscheids, wagte ich schließlich doch den Schritt ins unbekannte Terrain.

Die Entstehung des Textes/ Ursprung.

Zuerst wollte ich mich vorsichtig nähern, indem ich eine die Erfahrungen nur flüchtig berührende Geschichte im Horror-Genre begann. Aber der Stoff und die Geschichte, die seit 1998 in meinem Kopf herumspukte, nutzte offenbar die Chance und brach in die sich auftuende Bresche. Trotzdem ich mich anfangs dagegen wehrte, gewann sie sehr schnell die Überhand über die ursprünglich vorgenommene Story. “Eckstein” schrieb ich in etwa 4 Wochen in einem überaus heftigen Zustand nieder, in dem ich kaum schlafen konnte, wie ein Schlot rauchte und hier oder da zur Sorge meiner Freunde unkontrollierte, rein physische Weinkrämpfe bekam.
Im Moment des Abschusses der Geschichte geschah etwas Wunderbares: ich fühlte mich unsäglich müde und schlief herrlich – ein Zustand, den ich fast nicht mehr kannte, und der bis heute angehalten hat. Wer jetzt annehmen will, daß die Geschichte ein Bericht ist, den ich mir von der Seele schrieb, irrt sich jedoch. “Eckstein” ist literarische Fiktion, die zwar aus meinen Erfahrungen im Zivildienst schöpft, sich aber so natürlich niemals abgespielt hat.

Fiktion und Wirklichkeit.

Es ist mir sehr wichtig, daß nicht versucht wird, “Eckstein” als die Schilderung wirklich geschehener Ereignisse zu lesen. Nicht umsonst gestaltete ich das Ende als Alzheimer-Illusion. Trotzdem aber ist es mir genauso wichtig, daß die Geschehnisse in ihrer Weise real sind, denn die Geschichten und Bilder in “Eckstein” sind zwar literarisch verfremdet und unterliegen den Eigendynamiken eines jeden Geschichtenerzählens, aber die dargestellten Verhältnisse und Problematiken sind wirklich. Zu der Frage, inwieweit ich tatsächliche Geschehnisse und Personen verarbeitet habe, kann und will ich nicht Stellung nehmen, um im Bewußtsein, daß niemand fähig ist, “Wirklichkeit” adäquat abzubilden, auch niemandem Unrecht zu tun. Alle Handlungen und Personen in “Eckstein” will ich daher als literarische Fiktion aus meiner subjektiven Sicht verstanden wissen. Nicht zuletzt, weil ich natürlich auch bewußt literarisch verfremdete – der Geschichte, ihrer Aussage, Stringenz und nicht zuletzt auch der Unkenntlichmachung realer Personen wegen.

Ziel der Novelle.

Unsere Gesellschaft versucht, sämtliche als “unangenehm” eingestufte Phänomene wie Krankheit, Siechtum, geistige Verwirrung, Alter und Tod auszugrenzen und an Orten wie Krankenhäusern, Altenheimen und Psychatrien zu konzentrieren. In der “normalen” Gesellschaft wird das zu gerne einfach ignoriert, der Jugend- und Spaßwahn kann Dinge wie alte, kranke oder tote Menschen nicht gut verdauen.
So entstehen zwei gegensätzliche und in ihrem Extrem schlechte Zustände: Hier das Fehlen grundsätzlich zum Leben gehörender Aspekte wie das Sterben und ein Mangel an Tiefe in der Erfahrung (die Erfahrung des Todes gehört meiner Meinung mit zu den essentiellen Erkenntnissen, die zur Reifung eines Menschen notwendig sind), dort eine fast groteske Konzentration von Siechtum, Tod und Hoffnungslosigkeit. Die alten Menschen werden auf ein Abstellgleis geschoben, der effektive Bindung zur Welt und damit auch ihrer, z.B. durch die Weitergabe ihrer großen Erfahrung gegebene “Nützlichkeit” beraubt, können sie keinen Sinn mehr in ihrem Leben sehen. Kommt der seltene Besuch der Enkelkinder, blühen die alten Menschen auf, werden aus ihrer stumpfen Lethargie gerissen und sind voller Freude. Ist dieser kurze Moment verstrichen, fallen sie zurück in tumbes vor sich hin Vegetieren – denn was bleibt außer regelmäßigen Mahlzeiten und die durch den Sozialen Dienst als solche erkennbare Beschäftigungs-Therapien? Menschliche Zuneigung wird meist als “Pflichterfüllung” von der anderen Seite wahrgenommen, und man muß sich zwangsläufig unnütz, als Balast und ungeliebt empfinden. Daß ringsherum nichts anderes ist, kein Wachsen, Gedeihen, Streben, sondern ausschließlich Niedergang, geistiger Verfall und Tod, erzeugt ein derart finsteres Weltempfinden, daß es nicht verwunderlich ist, wenn so viele sich einfach aufgeben. Endstation ohne Hoffnung – bis auf den Tod. Nur wenigen gelingt es, Dinge aus dem Leben herüberzuretten, eine Leidenschaft fürs Lesen, Musik hören vielleicht. Die zumeist durch nachlassende Seh- und Hörkraft zerstört wird. Denn sofern die Rüstigkeit noch gegeben ist, hat man noch seinen Platz in der Gesellschaft, ins Altenheim geht man erst, wenn man allein nicht mehr kann. So konzentrieren sich die Kranken, Sterbenden, geistig Verwirrten – die ihre Zustände gegenseitig weiter verstärken ohne Gegengewicht durch die Jungen. Nur umgeben von oft sehr hart gewordenen Pflegekräften, die keine andere Wahl haben, als ihr Herz zu verschließen, um nicht selbst daran zu zerbrechen.
Eckstein geht genau dahinein und will dies zeigen. Und auch die inneren Kämpfe eines jungen Mannes, der plötzlich in die Welt der Ausgegrenzten geschleudert wird – eine zwar wertvolle, aber krasse Erfahrung. Wobei die Tatsache, daß viele es nicht durchhalten, genug darüber sagt.

Querverweise zu anderen Texten.

Da die Zivildienstzeit für mich zugleich die Zeit einer heftigen Reifung war und mich tief beeindruckte, sind etliche Symbole und Andeutungen in vielen Texten nach 1998 eingeflossen, obwohl ich offenbar alles versuchte, um mich nicht damit auseinandersetzen zu müssen.
Die Marienstatue in der Darstellung der Lourdes-Erscheinung – blauweiß gekleidet in einer Grotte mit Betender davor – die im Klausurpark stand, vor der ich oftmals in den Pausen saß und rauchte, taucht in etlichen Texten auf. Besonders in “Die Sieben Kelche” (2001), “Incubus” (2003) und, hier dadurch, daß Von Wolffengang Zivildienst im Altenheim ableistet, während er zum Vampir wird, die “Vampyriade” (1999).
Während des Zivildienstes und bis Ende 2003 entstanden lediglich zwei Texte, die sich tatsächlich mit der Zeit auseinandersetzen, beide in sehr überzeichneter Art, und beide nicht mehr veröffentlicht: “Exodus” und der “Werwolfzivi”.
Der Einakter “Altenheim”, enthalten in “Absurdistan”, entstanden Herbst 2003, ist der erste Text, der sich wirklich damit auseinandersetzt, und die Parallelen, insbesondere zum Ende von “Eckstein”, sind sehr stark.

Textgeschichte


[Norman Liebold, 24.06.2004
Eckstein, Hintergründe
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Eckstein

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