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[Dieser Artikel ist der 3. von 4 Teilen in der Reihe Hintergrund Märenborn]

Hintergrund Märenborn - Inhaltsverzeichnis

Märenborn
Märenborn – 1. Das Wolfsschaf
Märenborn – 2. Kuno Ohneland
Märenborn – 3. Der Geheime Garten

Burg Saaleck und Rudelsburg

Burg Saaleck und Rudelsburg13-Okt-2005 11:24, KONICA MINOLTA DiMAGE Z20, 3.3, 9.6mm, 0.003 sec, ISO 50

23-Mrz-2005 16:36, KONICA MINOLTA DiMAGE Z20, 3.3, 9.6mm, 0.001 sec, ISO 100

Burg Saaleck

Burg Saaleck20-Mrz-2005 12:09, KONICA MINOLTA DiMAGE Z20, 3.2, 7.4mm, 0.003 sec, ISO 50

Burg Saaleck

Burg Saaleck20-Mrz-2005 11:56, KONICA MINOLTA DiMAGE Z20, 3.4, 22.8mm, 0.003 sec, ISO 50

Burgenland, Kuno-Klamm

Burgenland, Kuno-Klamm13-Okt-2005 12:14, KONICA MINOLTA DiMAGE Z20, 3.2, 6.0mm, 0.04 sec, ISO 50

Der Kuno Ohneland markiert in mehrfacher Hinsicht einen Wendepunkt meines literarischen Schaffens. Während die Stücke und Texte davor recht wahllos entstanden, wurde mir hier ein innerer Zusammenhang bewußt, der nicht nur “Nahtegal” seinen Namen einbrachte, sondern auch das gesamte Schaffen zwischen 1996 und 2001 in einen großen Kontext brachte – die Geburt des “Nahtegal-Zyklus”. Die Zusammenhänge und das Aufeinander-Bezogenseins einer Vielzahl der Texte war zwar bewußt gewesen, trat jetzt jedoch so deutlich hervor, daß es zusammenwuchs und ein Ganzes formte.
Man kann so gesehen den “Kuno Ohneland” als das fehlende Puzzle-Stück betrachten, durch das Nahtegal erst seine jetzige Gestalt und seinen Charakter bekam, während er in der vorhergehenden Stücken zwar da war, jedoch sehr verwaschen.
1997-2001 verbachte ich sehr viel Zeit im Burgenland an der Saale, was zum einen mit Freundschaften zu tun hatte, zum anderen aber auch mit einer Faszination für den Landstrich. Der “Brief aus Anderswelt”, “Die Prophezeiung”, “Mond und Wolf”, “Die Insel im See”, “Zwei Schwestern” und “Die Geschichte vom Wolfsschaf” entstanden hier oder bekamen ihre letztendliche Form. Aber zu dieser Zeit spukte in mir noch eine andere Geschichte herum, die ihren Platz noch nicht gefunden hatte. Und sie brauchte einen Ort, denn sie war als Sage konzipiert.
Als Frau Karin Hübner mich in ihrer enthusiastischen Art zur “Kuno-Klamm” führte, die sich auf ihrem Land befindet, stand ich in dieser kleinen, eigentlich unscheinbaren Schlucht, rechts über meinem Kopf erhob sich die Saaleck-, links die Rudelsburg, und grad voraus gurgelte die Saale, und der Blick ging geradewegs auf das sogenannte “Himmelreich” einer Gaststätte auf den Kalkklippen des Saalebogens.
Das war genau die Örtlichkeit aus meiner Geschichte, die zu diesem Zeitpunkt jedoch noch keinen Namen trug. Es fehlte lediglich noch die dritte Burg des Bösewichts Hagen, die genau dort liegen müßte, wo das “Himmelreich” stand. Und zu meinem bassen Erstaunen meinte Karin, daß da durchaus im 12.Jhd eine Burg namens “Kranichburg” gestanden hätte. Auch auf meine Fragen nach einem Geheimgang nickte sie und zeigte mir den (heute zugemauerten) Ausgang im Fundament ihrer Wirtschaft.

Die Entstehung des Buches/ Ursprung.

Die Geschichte des “Kuno Ohneland” hatte bis zu diesem Zeitpunkt keine Namen gehabt, jetzt, wo ihr Ort gefunden war, begann ich zu recherchieren. Und es stellte sich heraus, daß in der Vergangenheit eine Geschichte existierte, die benutzbar war. Ein Hagen von der Kranichburg hatte um die Herrin der Saaleckburg im 11.Jahrhundert geworben, war zuerst abgeblitzt, konnte Katharina jedoch mit einer Belagerung “überreden”, ihn zu heiraten. Und seine Burg wurde später geschleift. So erhielten Katharina und Hagen Namen und Ort. Die Rudelsburg stand zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Das zweimalige Auftreten des Namens “Kuno”, einmal in der Bezeichnung der “Kuno-Klamm” (Der Flutgraben der Rudelsburg, der sich ins weiche Karst gefressen hat), und einmal im Namen “Kuno-Klause” auf der Rudelsburg, jedoch ohne jegliche Überlieferung, woher der Name denn stammte, gab schließlich “Kuno Ohneland” seinen Namen, wobei “Ohneland” lediglich der Beiname für den verstoßenen Heimatlosen ist.
Die Sage der “Saalenixe” existiert ebenfalls, allerdings in keiner Verbindung zu etwas anderem. Sie lebt eifach nur in der Saale und verführt arme Männer. Von einem Steintroll habe ich nichts gehört, aber eine Felsformation in der “Kuno-Klamm” sieht tatsächlich wie ein im Fels gefangener Mann aus. Der Fußtritt der Mondgöttin schließlich ist sehr schön in der Klamm zu sehen (eine Ausspülung in ovaler Fußform, 1m lang).
Abgesehen also vom Einfügen der Namen und der örtlichen Besonderheiten brauchte ich meine Geschichte nur noch aufzuschreiben.
Die Idee zu der 1000-Jährigen Verwünschung durch die Mondgöttin ist ein alter Märchen-Topos. Wobei die erzählte Sturzflut durch den Flutgraben “Kuno-Klamm” im Jahr 2000 wirklich Verwüstungen anrichtete und den gesamten Landstrich von seiner Mündung bis zur Saale mit Schlamm und großen Stein bedeckte und ein ganzes Stück Saale-Ufer wegriß.

24-Apr-2007 17:49

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Die Entstehung des Buches/ Genese.

Daß die Geschichte zuerst als an mitteralterliche Erzähltradition angelehntes Versepos zu drei Stimmen entstand, lag zu einen an der dreiköpfigkeit des “Amator-Veritas-Ensembles”, mit dem wir sie zur Aufführung bringen wollten, zum anderen am Stoff selbst und zum dritten an meiner damaligen Vorliebe für eine versartige Gestaltung zu mehreren Stimmen (”Die Prophezeiung”, “Mond und Wolf”, “Der Perlenfischer”).
Die Geschichte entstand vor Ort, mit dem Gurgeln der Saale im Ohr, das Nachts tatsächlich wie Gesang klang. Und das Donnern der nahen Zugverbindung Halle-Erfurt könnte durchaus für die Beschreibung der Troll-Stimme verantwortlich sein ;-) .
Der “Kuno Ohneland” wurde unzählge Male aufgeführt, auch mehrfach am Orginalschauplatz und wurde für eine gewisse Zeit unser “Flaggschiff”. Der Roman entstand noch im selben Jahr, vor allem auf Bitten von Karin, die die Vers-Ausarbeitung für nicht so vermarktbar hielt, aber auch wegen der vielen Nachfragen nach einer Prosa-Fassung. Für den Roman erfand ich die Kindheitsgeschichte des armen, wackeren Ritters und viele weitere Details. Auf Bitten von Karin, die in der Klamm den Kindern Märchen voliest entstand sogar eine Kinderfassung.

Querverweise zu anderen Texten.

Die Mondgöttin taucht im “Kuno Ohneland” zum ersten Mal auf, wurde für “Der Geheime Garten” weiter ausgebaut und schließlich zu einem festen Bild im Nahtegal-Zyklus, zur Spielmann-Schirmherrin, zur Musenkönigin. Der Name “Nahtegal” entstand ebenfalls aus der Geschichte. In der ersten Fassung heißt es noch “Vögelchen”, wie Karin mich zu nennen pflegte, weil ich “so unstet durch alle Landen flattere”. In der zweiten Fassung wurde das “Vögelchen” zu “Nachtigall” respektive in der mittelhochdeutschen Schreibweise “Nahtegal”.
Die engste Verbindung (abgesehen von den Verbindungen zwischen den drei Versionen derselben Geschichte) bestehen zu “Der Geheime Garten”, der auf der Saaleck-Burg (Die Katharina-Burg) spielt, und dessen Anfang an den “Kuno Ohneland” anknüpft, um am Ende die Erlösung von Steintroll und Saalenixe herbeizuführen. Jedoch ist das Kernstück des Geheimen Gartens unabängig vom “Kuno Ohneland”, auch wenn es sich als die Prüfung der Mondgöttin gibt, die zu erfüllen ist. In der ersten Fassung des “Kuno Ohneland” ist diese “Erlösung” nicht vollzogen und auch nicht möglich, sondern das Ende schließt damit, daß Kuno und Katharina bis in alle Ewigkeit Fabelwesen bleiben. Das Ende wurde erst nach dem Abschluß des “Geheimen Gartens” abgeglichen.

Textgeschichte


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[Norman Liebold, 14.05.2004
Hintergründe, Märenborn
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Märenborn – 2. Kuno Ohneland

DER SCHRIFTSTELLER NORMAN LIEBOLD

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